Die 1337 Kammern des IRC ist ein kollaborativ erstelltes Buch mit dem Schwerpunkt der Online- und Geekkultur.
Es steht jedem frei etwas zum Buch beizutragen. Genauer gesagt ist es sogar erwünscht. Denn es gilt: Wer mitmacht, hat Recht!
Für schnelle Informationen einfach im IRC vorbeischauen:
Server: irc.paranode.net
Channel: #breaks
und auf housetier oder hadez warten. Für diejenigen deren IRC-client mit dem Browser integriert ist: hier ist der irc://-link

Der Server summte leise vor sich hin, ab und zu leicht übertönt durch das Rattern der Festplatte. Zusätzlich zeigte eine kleine grüne LED an, dass der Server an war, eine gelbe LED hingegen bot optische Bestätigung der Festplattenaktivität.
Es waren noch andere Geräte im Raum, keines hatte jedoch die signifikante Bedeutung für das Wohlbefinden des Besitzers wie der Server.
Wenn die Sonne aufgeht, wird der Rolladen heruntergelassen. Sonnenstrahlen tun weh in den Augen. Zu hell, zu grell — schmerzhaft ungefiltert.
In der Anderen Welt gibt es sowas nicht, nicht so stark jedenfalls. Unangenehmes wird gefiltert, Unerwünschtes zuverlässig ignoriert. In der Anderen Welt gibt es keine Rolladen, dort herrschen andere Gesetze und Regeln. Alles ist extremer, es gibt einfach mehr von allem; vor allem mehr Filter. Eine Sonne gibt es dort nicht.
Wenn der Magen knurrt wird etwas gegessen, irgendwas; Hauptsache Kohlenhydrate und Sättigungsgefühl. Fettiger Zucker und gezuckertes Fett werden bevorzugt, dann noch Salziges und koffeinhaltige Getränke.
Wer sich in die Andere Welt begibt, muss mitrennen, denn sie wartet nicht. Wer zurückbleibt, verliert. Die Kommunikationselite kümmert sich nicht um das Gestern. Was heute zählt ist das Übermorgen. Die Andere Welt ist immer um Riesenschritte voraus und vergrößert den Abstand ständig. Die Beschleunigung nimmt zu, immerzu angetrieben von der Suche nach Neuem: Technik, Information, Pornografie.
Wenn man zu müde ist zum Tippen, liest man einfach mit und hört Musik und spielt einfache, süchtig machende Spiele. Nach ein paar Stunden kommt der zweite Atem, dann ist man wieder fit. In der Anderen Welt gilt: “Schlafen kannst du wenn du tot bist”. Beständige Präsenz als Existensgrundlage, fast schon als Selbstzweck.
(Gefilterte) Informationen aufsaugen, filtern, weitergeben. über das Leben in der einen und in der Anderen Welt reden. Wer in der Anderen Welt zu viel über die eine Welt redet, erzeugt das Gefühl der Ablehnung. Jeder kann wählen, wo er hinwill; gefällt es einem nicht, so geht man woanders hin. Aber es ist nicht richtig sich zu beklagen, denn das hat keine Konsequenzen. Stattdessen STFU und über Wichtigeres sinnieren.
Die Grenzen zwischen der “echten” Welt und der Welt des IRCs verschwimmen spätestens in dem Moment, in dem man anfängt aufzuhören seinen PC über Nacht abzuschalten. Nutzlose Information als Droge, Selbst induzierte Langeweile als Problem, Schlaflose Nächte vor dem Monitor ohne Ziel und Grund als Sucht und Problembewältigung. Man diskutiert Probleme die nur in der neuen Welt existieren. Fühlt man sich eingeengt ist man eben “afk”, Emotionen werden nur wiedergegeben wenn man es möchte, fehlleitende Emotionen sind keine schauspielerische Leistung mehr sondern unterscheiden sich nur noch dadurch ob eine Klammer geöffnet oder geschlossen ist.
Menschen verschiedenster Herkunft, Einstellung und Meinung treffen aufeinander, alle mit einer Gemeinsamkeit, sie wählten alle die rote Pille ohne zu merken dass sie Morpheus über den Weg gelaufen sind. Alle bleiben im Wunderland. Und im Wunderland verschwimmen die judikativen Grenzen der einstigen Realität, so sieht jeder über Altersbeschränkungen hinweg, jeder ist alt genug für alles. Durchgehend drehen sich Diskussionen über neue Musik, Software oder Film Bootlegs. Illegalität als Normalität, jeder weiß über die illegalen Machenschaften des Nachbar-Channels Bescheid, aber entweder man nimmt selbst daran teil oder man kümmert sich nicht darum. Ein löbliches Maß an Akzeptanz und Toleranz…
Wirklich ? Nein!
Ein erschreckendes Maß an Ignoranz. Zwar “lebt” man dicht auf dicht, und “sieht” Tag für Tag die gleichen “Gesichter”, nimmt jedoch kaum Notiz von den anderen. Zu viel Information über das “wahre Leben” ist nur lästig, hat im Wunderland nichts verloren. Aus diesem Grunde gab man ihm auch den liebevollen Titel “Real Life” (Abk. RL) um im Notfall davon in einer gefilterten sterilisierten Fassung erzählen zu können.
Man ist wer man vorgibt zu sein, man erlebt was man vorgibt erlebt zu haben. Ist es alles die Wahrheit oder alles Erfindung? Ist nicht von Bedeutung, in erster Linie ist es wichtig die unwichtige Information an viele Menschen weitergegeben zu haben die es nicht interessiert. Trotzdem flimmern von den Internetbekanntschaften amüsierte Emotionen über den Bildschirm, die Interesse vortäuschen, während sich die Menschen hinter den Nicknames gleichzeitig an ihren Computern um ihre eigenen Dinge kümmern ohne eine Miene zu verziehen. Heißt das nun dass alles eine große Lüge ist? Wahrscheinlich ja, allerdings ist auch das nicht von Bedeutung, denn das System ist in sich stabil. Menschen haben ein Bedürfnis sich mitzuteilen, und es ist schön wenn es jemanden interessiert. Tut es nicht? Na ja zumindest wirkt es so — Fair enough.
Im Endeffekt ist das IRC eine Einrichtung die ihre eigene Notwendigkeit durch ihre eigene Erfindung widerlegt. Denn aus der Langeweile entstanden hat das System selten einen sozialrelevanten oder gesellschaftlich unterstützenden Nutzen erbracht. Die einzige Existenzberechtigung ist die Existenz an sich. Im Grunde genommen ist es ein Kunstwerk, welches das Leben nachahmt. Natürlich findet im Grunde genommen ein gewisser Teil des Lebens vieler in ihm statt, allerdings erreicht es nie komplett die Realität, auch wenn es im ersten Augenblick manchmal so scheint.
Es ist eine gut angesetzte Kopie des Lebens, und vielerlei Aspekte aus dem Original sind in der Kopie wieder anzutreffen. Gefühlsspektren von Liebe bis Hass. (Von der körperlichen Liebe mal ganz abgesehen) So passiert es dann dass Menschen sich lieben oder hassen, deren einzige Verbindung ein bisschen Hightech-Spielzeug ist. Aber das wirft wieder die Frage auf: Ist es denn wirklich so neu, so besonders ? Gibt es nicht Menschen die sich nur über Briefkontakt ineinander verliebt haben, oder wurden nicht schon Kriege über Schriftkontakt “angezettelt” oder beendet ? (Ist das nicht auch der Hintergrund für das Wort “angezettelt” ?)
Aber Oscar Wilde sagte “Nicht die Kunst ahmt das Leben nach, sondern das Leben die Kunst”, und genau in diesem Moment kopiere ich die Kunst indem ich darüber schreibe. Ich schreibe über eine Sache die vielleicht unbedeutend, vielleicht aber auch stellvertretend und spiegelbildlich für ein ganzes Zeitalter und seine Generation steht. Vor 30 Jahren war der Gedanke an einen Computer im heutigen Sinne undenkbar, und meine Generation ist damit aufgewachsen, spielerisch damit groß geworden und für uns ist die Technologie und ihre Vorzüge, aber auch ihre Nachteile nicht mehr weg zu denken. Spott der älteren Generation gegenüber, allerdings auch ein wenig Furcht vor den Generationen die nach uns kommen, die all das für das und an dem wir Jahre lang gewartet und gearbeitet haben, mit der Muttermilch aufnehmen.
Aber das interessiert nicht, man blickt nach vorne — nein — eigentlich blickt man weder nach vorne noch nach hinten, man ist einfach. Dasein als Status, Beschäftigung und Berechtigung. Natürlich gibt es verschiedene Charaktere im IRC, die auch zu verschiedenen Formen von Freundschaft oder Feindseligkeit führen, aber im Grunde genommen ist das alles wenig von Bedeutung da man eher nebeneinander als miteinander “lebt”. Man toleriert das Meiste, hat niemandem gegenüber eine Verpflichtung und ist in seiner Persönlichkeitsentfaltung nur durch seine eigene Phantasie eingeschränkt. Ein wahrhaft wundersamer Ort, aber es ist wie gewöhnlich einfach nicht alles Gold was glänzt.
Der von ausdauernder Bewegungslosigkeit geschwächte Körper wird durch unregelmäßige aber häufige Zufuhr von Fetten, Zuckern, Eiweißen und sonstigen Kohlenhydraten am Leben erhalten. Hier tritt die wahre Gestalt, der Fenotyp (F-Typ) zutage.
Kennzeichen der obsessiven Ernährungsweise des Echtkörpers ist die Erweiterung des Sprachwortschatzes der Lichtgestalt zum Thema Ernährung. Angeregt durch diverse Unzulänglichkeiten der englischen Schriftsprache wird das simple Wort “Essen” nicht nur in allen möglichen Übersetzungen verwendet, sondern deren Schreibweise zusätzlich den kreativen Ausformungen unterworfen. Sämtliche für Außenstehende unverständliche Formulierungen sind akzeptiert. Hierbei tritt die omnipräsente Selbstironie in Erscheinung. Möglichst alles hat bis zur Grotestke übertrieben zu werden um den Uneingeweihten zu verunsichern. Veteranen beherrschen souverän sämtliche Kre- und Variationen nahezu aller Begriffe. Der Frischling versucht durch extreme Neugestaltungen — die selbstverständlich schon gestern ein alter Hut waren — Eindruck zu schinden und Respekt zu erhalten. Jedoch wird er ob seines angestrengt-Seins belächelt. Akzeptiert, aber noch lange nicht gleichberechtigt. Die 1337 Kammern des IRC.
Es sind keine fenotypischen Auswirkungen auf den E-Typ bekannt. Der G-Typ hingegen ist das Allumfassende, Alldurchdringende, Omnipräsente. Das, was den E-Typ an der Entwicklung hindert aber gleichzeitig die Lichtgestalt dazu antreibt, Grenzen zu erforschen und zu überschreiten. Der Widerspruch sorgt für (innere) Konflikte.
Verstärkte Nahrungsaufnahmetendenzen deuten auf einen lange schwelenden Konflikt hin. Abhilfe ist nicht zu erwarten und so dominiert der F-Typ unter dem unentrinnbaren Diktat des G-Typ den E-Typ. Ohne E-Typ wäre dieser Konflikt nicht entstanden. Ohne E-Typ gäbe es aber auch keine Lichtgestalt, die das Bewusstsein des Echtkörpers in andere vielfältigere Sphären transzendiert.
Je nach Grad des Einflusses diverser Substanzen auf den Echtkörper und somit auf das Bewusstsein ändert sich auch das Ernährungsverhalten. Die Vorräte werden in immer wieder neuen Variationen zusammengestellt, wie um dem erweiterten Ernährungs-Wortschatz gerecht zu werden.
Hunger ist Der Feind. Der Feind wird auf der lebenslangen Suche nach einer Endlösung durch permanente Anwendung der einzigen Waffe in Schach gehalten: Essen. Der Uneingeweihte mag denken das eine Firma mit gewissen monopolistischen Tendenzen Der Feind sei. In der anderen Welt gibt es kein Monopol. Nur die Hegemonialstellung der technologischen Elite und Lichtgestalten, gesteuert durch den unter Feindeinfluss stehenden Echtkörper.
Ausprägungen Der Waffe gegen Den Feind: YumYum, Schokoladenriegel, belegte Brote, Obst, Weingummies, Joghurt, Quark, Nudelgerichte, Pizza, Kekse, Cräcker.
Nasenbluten hat hiermit gar nichts zu tun.
(Inspiriert durch ein Gespräch mit PoisonElf)
Wir sind gut ausgerüstet.
Der Miefquirl ist nicht in Betrieb – es besteht kein Bedarf. Der seltsam beige Teppich ist übersät mit Flecken verschiedener Hartnäckigkeitsgrade und hat einige Brandlöcher. Vom Sommer sind noch ein paar Fliegenfänger übrig geblieben. Unsere Schreibtischlampe funktioniert und spendet mehr oder weniger indirektes Licht. Von der Soundkarte durch das Kabel in den Verstärker aus der einen funktionierenden Lautsprecherbox bollert “DJ Luna C – Goodfellaz Pt. 2”: satter Bass, der schon mehrfach die Nachbarn zu Beschwerden hinriss. Das Regal voller Leitzordner mit wichtigen Unterlagen wird nicht mal erwähnt.
Wir sind gerüstet.
Die Nacht bricht herein – umso heller strahlt es aus der elektronischen Computerwelt zu uns heraus. Ein Blick hinein durch dieses Fenster enthüllt die Vorlieben des Benutzers. Grau-minimalistisch ist der Desktop geprägt. Auffällige Farben werden nur spärlich benutzt und dienen allein der Hervorhebung. Das Wallpaper ist größtenteils schwarz. Die Optik trägt dazu bei, die Augen zu schonen und den Benutzer nicht abzulenken. Die volle farbenprächtige und nicht zuletzt überwältigende Reise beginnt im Kopf und nicht im Computer. Aus wenigen Informationen wird ein komplexes Gebilde erdacht jedoch selten vollständig erfasst noch verstanden.
Wir sind.
Die Welt des Cyberspace ist im Kopf, im Hirn, in der Vorstellungskraft des Benutzers. Im Computer sind nur die rohen kalten lichtschnellen Daten in unbegrenzter Anzahl. Die Gewalt wird schön gedacht. Jeder hat seinen eigenen Cyberspace, wie auch jeder sein persönliches Weltbild hat. Durch das Fenster sehen wir nur was wir sehen wollen. Wir haben die Wahl, die Freiheit und keine Verantwortung.
Wir.
Meine Welt ist schnell, grau und international. In der Tat sind keine Nationalstaaten zu erkennen. Gehemmt durch langsame chemische Prozesse im Hirn warten die Finger tatendurstig auf Befehle; schon bewegen sie sich in einer einfachen aber lang dauernden Symphonie aus Zahlen, Buchstaben und vereinzelten Akzenten (Sonderzeichen). Ich spreche. Andere sprechen. Wenn jetzt noch jemand zuhört sprechen wir von Kommunikation. Aus dem, was andere sprechen schließe ich dass sie zuhören (hier hat die Kommunikation also eigentlich schon stattgefunden: ich habe “zugehört”) und gebe meinerseits Antworten. Wo endet der Informationsaustausch und wo beginnt die Kommunikation, was sind Daten, was ist Information? Für mich ist die Antwort genau definiert, sehr kompliziert und total uninteressant. Mitmachen zählt! Spaß ist das Ziel, Langeweile das Motiv.
Mit Letzerem bin ich im Übermaß ausgerüstet.
Meine Welt hat eine Fläche von ca. 613 Quadratzentimetern. Darunter, dahinter, darüber und daneben erstreckt sie sich bis ins Unendliche, zumindest aber einmal außen um Erde herum (ein Teil der Daten wird per Satellit übertragen). Den Begriff der Unendlichkeit wird hier nicht wie in der Astronomie verwendet, wo nach gängiger Theorie tatsächlich kein Ende “in Sicht” ist. Lediglich die schiere Zahl an Kombinationsmöglichkeiten (Wegstrecken), die einem Datenpaket auf dem Weg von einem Computer zum anderen offen stehen, ist gewaltig. Ignoranz demgegenüber hilft, sich nicht zu verlieren sondern bei der Kommunikation zu bleiben. Ein gesunder Verstand kann vergessen und verdrängen.
Ich bin gerüstet.
Wenn man sich vorstellt, wie man selber vor einem Computer sitzt und den Cyberspace erlebt, wenn man sich alle Details genau ausmalt, wenn man sich selbst beobachtet, sich sozusagen über die Schulter schaut, wenn man sich ausmalt wie es ist sich beim Vorstellen über die Schulter zu schauen (oder auch in anderer Reihenfolge), dann kann man Schizophren werden, sich an diesem Paradoxon die Zähne ausbeißen oder in Trance geraten, in der das Hirn schneller zu denken scheint. Die Komplexität der Welt nimmt in diesem Zustand nicht ab sondern noch zu – aber sie wird auch begreifbarer, erlebbarer. Durch (Ausmalen des) Beobachten der Kommunikation wird diese (scheinbar) von den schnelleren aber primitiveren Hirnteilen übernommen.
Ich denke dass ich denke.
Ich bin.
[07:44:16] [housetier] y!m ist schwul [07:44:23] [housetier] msn ist schwul [07:44:31] [housetier] icq ist alt & schwul [07:44:41] [housetier] aim ist aol & alt & schwul [07:44:55] [housetier] jabber ist metrosexuell [07:45:00] [housetier] irc ist cool
Strom betreibt die Server und die PCs mit der Software. Strom ist die Kraft/Energie/das Chi, die es einem ermöglicht sein Bewusstsein, sein Wesen, seine Essenz ins IRC, in die Virtuelle Identität, in die Andere Welt zu transzendieren und dieser so Leben einzuhauchen1. Die virtuelle Identität lebt und stirbt mit der Verfügbarkeit des Stroms.
Kein Strom kein Internet kein IRC! Für den Betroffenen ist das Sterben der virtuellen Identität äußerst real. Sie ist Teil seiner Persönlichkeit, seines Wesens, seines *Ich*s. Man weiß genau was fehlt, man weiß auch genau was man braucht um diese kalte Leere mit warmen virtuellem Leben zu füllen: Strom.
Jeden Tag, jede Stunde, jeden Moment gerät ein weiterer Teil dieser Persönlichkeit in Vergessenheit. Die Welt des IRC ist schnelllebig und -sterbig. Sie ist vielschichtig, komplex und sehr aggressiv.
1 Wie beim biologischen so gehört auch zum virtuellen Leben mehr als Luft zum Atmen bzw. Strom zum transportieren/beamen/usw.
Wenn man auf einmal keinen Strom mehr hat, muss die erzwungene Freizeit irgendwie verbracht werden. Jedoch kann man diese Zeit nicht verwenden für die normalerweise vernachlässigten Tätigkeiten im Haushalt: Saugen, Geschirrspülen oder Ähnlichem. Was einem bleibt, ist Abfallentsorgung, Aufräumen und Einkaufen. Aber selbst diese Tätigkeiten brauchen nur eine gewisse Zeit und dann ist man wieder beschäftigungslos. Man fängt an, seine Downloads zu sortieren und katalogisieren. Endlich weiß man was für Zeug auf welcher der 700 CDs ist. Die Arbeitsplatte erfährt eine ungeahnte Vergrößerung …ihrer Nutzfläche.
Kein Strom heißt vor allem: kein Internet. Das ist so ziemlich das Schlimmste. Man kann nicht mal Musik hören um den Verlust von email, Web und vor allem IRC auszugleichen. Ein reizarmes Leben beginnt. Kein Internet! Ein Albtraum ist Wirklichkeit geworden. Kein Internet heißt vor allem abgeschnitten zu sein von der Welt. Emails kommen von überall her und werden nach überall hin verschickt, Webseiten sind auf Servern irgendwo “da draußen” und werden von Usern irgenwoanders “da draußen” besucht, in IRC-Räumen reden Menschen jeglicher Nationalität miteinander — so sie denn Strom haben.
Im IRC verschwimmen die staatlichen Grenzen. Im IRC unterhalten sich Menschen aus .nz mit anderen aus .us, .ch oder .br. Kein Strom — kein Internet — kein IRC; das heißt, abgeschnitten zu sein von der Kommunikationselite. Man hört auf zu existieren. Natürlich sind die Webseiten und Emailadressen noch vorhanden. Natürlich existieren Chaträume noch. Natürlich lebt, atmet man noch. Aber man ist außerhalb, ausgesperrt, ausgeschlossen und bereits vergessen. Wer nicht “da” ist, der lebt nicht. Null Chat — Null Leben. Die virtuelle Identität verblasst immer mehr. Sie wird verschwinden sobald man nicht mehr in den Logfiles auftaucht oder diese so tief archiviert werden, dass man sie auch sofort löschen könnte. Eine gewisse Zeit lang wird noch nach einem gefragt.
<hadez> !seen housetier
<\KiRiKA> hadez, housetier (~housetier@nrrd.de) was last seen
quitting #breaks 1 day 13 hours 4 minutes ago (23.11. 01:09) stating
"Ping timeout" after spending some time there.
Ping timeout — Verbindung tot. Verbindung tot — User weg. Wahrscheinliche Ursachen sind Absturz des Chatprogramms oder eben kein Strom. Irgendwann fragt keiner mehr…
Enge “Freunde” oder verzweifelte User aus den Help-/Supportchanneln versuchen noch Emails an ihnen bekannte Adressen zu schicken, oder man bemüht IM-Dienste wie ICQ, AIM und Jabber. Aber es ist alles vergebens — die Toten lesen keine Email.
Um den Einstieg in die Welt des IRC zu erleichtern, haben wir uns Übungen überlegt. Jede dieser Übungen ist wichtig: nur das geballte Wissen aller Übungen zusammen sorgt für den geschmeidigen Einstieg. Lassen Sie aus Mangel an Ehrgeiz, Fleiß, Geduld oder Zeit die eine odere andere Übung aus, so wird Ihnen zwar die Welt des IRC nicht verwehrt bleiben, dennoch: Sie werden Schwierigkeiten bekommen und sich wiederfinden in Stolperfallen und Fettnäpfen, sowie aufgehalten in Hindernissen.
Die Reihenfolge der Übungen ist nicht so wichtig. Die nachfolgende erste Übung bildet die Grundlage aller anderen. Haben Sie auf dem einen oder anderen Gebiet schon Erfahrung, so lesen Sie zumindest die Anleitungen um zu verinnerlichen, dass jenes Wissen Ihrem Wohlbefinden im IRC dient.
Wie Sie es vom herkömmlichen Unterricht gewohnt sind, so wird Ihnen Manches leichter, Manches schwieriger, gar unwillig zugänglich sein. In solchen Fällen verzagen Sie nicht, sondern machen eine Pause – auf dem Weg zum Gipfel der Erkenntnis.
Stellen Sie sich vor.
Stellen Sie sich vor einen Spiegel. Oder: Stellen Sie sich vor Sie stünden vor einem Spiegel.
Nun stehen Sie also, ob “in echt” oder (ganz) “in Gedanken” ist noch nicht wichtig. Stützen Sie sich nicht ab, lehnen Sie nirgends an, halten Sie sich an nichts fest und auch nicht in der Hand – es sei denn Sie sind körperlich dazu gezwungen.
Sie stehen also und haben freien Blick auf sich sowie Ihre freien Hände. (Sie sollten sie nicht in den Hosentaschen verstecken!)
Freier Stand und freie Hand führen hoffentlich zu freiem Gedank – und genau dies brauchen Sie! Bereits 1992 wurde Unser Lied herausgegeben im Auftrag des Exekutivkomitees der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Jugend-Organisationen. Dort heißt es: “Die Gedanken sind frei”. Und da wir in einer turbokapitalistischen Konsum- und Wegwerfgesellschaft leben, beuten wir diese gefundene Freiheit sogleich aus – ja, wir pervertieren sie, indem wir sie hernehmen und benutzen!
Lassen Sie also Ihre klassenkämpferisch erhobenen Fäuste wieder entspannen, öffnen Sie Ihre Hände und blicken Sie sich frech und frei in die Augen. Atmen Sie langsam ein und rollen dabei die Hände leicht nach innen. Beim ebenfalls langsamen Ausatmen drücken sie die geöffneten Handflächen nach unten Richtung Boden. Atmen Sie langsam und machen Sie eine kurze Pause, bevor Sie der Luft in Ihren Lungen die wohlverdiente Freiheit wiederschenken. Hören Sie auf, so tief zu schnaufen, wenn Ihnen schwindelig wird.
Haben Sie ihren Kreislauf wieder stabilisiert, wird nochmal die freiheitliche Körperhaltung sichergestellt, welche die Grundlage für die freiheitliche Geisteshaltung birgt, der wir uns als nächstes zuwenden.
Ein kurzer gefasster Blick in die eigenen Augen, ein kurzes Nicken; dann schließen Sie die Augen und öffnen damit das Tor zur Welt Ihrer Gedanken. Eine Welt ohne Grenzen, ohne Verbote, ohne “Limits”.
Öffnen Sie das Tor weit und stellen Sie sich vor – was immer Sie wollen. Sie stellen sich vor und es ist. Sie stellen sich vor eine bestimmte Handlung und sie geschieht. Ein Ereignis – es passiert! Eine Geschichte – sie ist geschehen.
Stellen Sie sich vor Farben und Töne – jeweils laut und leise, bombastisch explodierend und begleitend im Hintergrund. Farbtöne, Tonfarben, farbige Farben, tönernde Töne, tönende Farben, bunte Töne: es sind Ihre Gedanken, es ist Ihre Welt und es gibt keine Grenzen. Stellen Sie sich vor und erkennen Sie Details, Zusammenhänge. Und dann gewinnen Sie, nämlich an Erkenntnis über sich selbst und über die unbändige Kraft der Vorstellung. Vergessen Sie das Atmen nicht.
Schließlich erkennen Sie, wie leicht Sie sich haben beeinflussen lassen.
Diese Übung dient vor allem dazu, Sie vorzubereiten auf andere Konzepte, Regeln und Vorgänge. Sie werden geistige Freiheit brauchen um die Welt des IRC zu sehen, zu verstehen, zu erkennen.
Die Welt des IRC ist nicht so esoterisch wie diese Übung. Aber der Mensch der seinen Horizont erweitern will (das sind Sie und dies ist ein Kompliment) ist so esoterisch.
Als nächstes wird es eher um technische Übungen gehen. Sollten Sie einmal nicht weiterkommen und bleibt die Erleuchtung im Dunkeln, so kehren Sie zu dieser ersten Übung zurück und befreien Sie sich, Ihre Gedanken, Ihren Geist und somit Ihre Welt.
Wie jeder Vorgang, der sich zeitlich von A nach B bewegt, so durchschreitet auch das Online-Leben gewisse Stadien, welche bei genauerer Betrachtung von denen der menschlichen Entwicklung gar nicht so verschieden sind.
Natuerlich ist die zeitliche Ebene des Online-Lebens gegenueber der des Echten-Lebens (individuell) verzerrt. Auch sind Spruenge zwischen den Ebenen moeglich.
Der absolute Internet Frischling — erst seit Kurzem vernetzt, überwältigt von der Vielfalt des Neuen — versucht sich langsam in seinem neuen Umfeld zurechtzufinden.
Es wird neugierig alles beaeugt und angefasst was einem in die Quere kommt. Man probiert jede URL aus die man irgendwo aufgeschnappt hat, klickt alles an was bunt und animiert ist.
Urvertrauen eben.
Es wird nichts hinterfragt; wird schon gut gehen, wer soll mir schon Boeses wollen? Zum Misstrauen ist es ein oft ein sehr kleiner Schritt, ich meine natuerlich: ein kleiner Klick.
Die Faehigkeiten des E-Typs haben sich mittlerweile erweitert. Man fuehlt sich sicherer in seinen Aktionen, ist mit der Technik oberflaechlich vertraut, ist online.
Oft praegt diese Phase auch den F-Typ, indem man sich anderen gegenueber mit einer email Adresse outet oder selbst danach fragt.
Wie im echten Leben wird auch in dieser Phase des Online-Seins gespielt.
Man nimmt an allen Spielereien teil die einem ueber den Weg laufen: vermeintlich kostenlose Gewinnspiele, Web-Grusskarten, alles was es umsonst und billig zu haben gibt; und was einem die Angabe der email Adresse oder anderer sensitiver Daten abverlangt.
Werden kann man viel, im Netz — oder gar nichts. Fuer Viele bleibt es (lange) bei Zweiterem.
Die Ich-Findung des alter ego fuehrt bei nicht wenigen schon frueh zu den bekannten Konglomeraten der Netzwelt: oeffnetliche Foren und Chatrooms auf den Community-Portalen der normal-bekannten Grossen, wie Radio und TV-Sender, (Computer-)Zeitschriften, Partyveranstaltern.
Mit stumpfen ersten Schritten wird ein Name fuer den E-Typ ausgesucht, meist etwas was in eine Jahreszahl, vornehmlich das (potentielle/angebliche) Geburtsjahr des F-Typ, oder sonst eine Nummer endet. Vor besagter Zahl befinden sich meist sachen wie “suesse” “boy” “cool” “party” oder Gruppen dieser und verwandter Begriffe.
Hier kann man sich austoben unter seines Gleichen.
In dieser Phase lernt der E-Typ, dass nicht alles was glaenzt, auch ein vergoldeter Kontakt ist. Im Gegensatz zum F-Typ ist diese Ebene stark mit der Nachfolgenden verwoben und nicht sauber zu trennen.
Auf dieser Ebene der Entwicklung versucht man, sich in einem oder mehreren sozialen Subnetzen einzuleben und nach anfaenglichem Mitschwimmen und Ausloten selbst zu partizipieren. Die Entscheidung, welches soziales Umfeld gewaehlt wird, haengt groesstenteils von den Vorlieben des F-Typs ab. Im Netz ist fuer jeden irgendwo Platz, sofern man sich in die schon bestehenden Strukturen eingliedern kann oder eben die Basis fuer eine Neue schafft.
Man engagiert sich in den betreffenden Gruppierungen, arbeitet mit, kann sich selbst als zugehoerig sehen, als Teil von etwas Groesserem, und sich damit gegenueber anderen identifizieren und sich von der Grundgesamtheit durch Individualitaet abheben.
Man neigt dazu anzunehmen, dass Intimitaet und Online zwei sich gegenseitig ausschliessende Begriffe darstellen. Aber gerade die Anonymitaet die Online erreichbar ist, wirkt dem entgegen. Dies wiederum kann schnell zur Isolation es E-Typs oder — in Extremfaellen — gar des F-Typs fuehren. Auf dieser Stufe eine Balance zu finden, ist nicht unbedingt eine einfache Aufgabe.
Angesichts der Tatsache, dass viele E-Freundschaften auch gute und stabile F-Freundschaften hervorbringen ist das Argument der Isolation nicht allgemeingueltig anzuwenden. Gerade die extreme Dezentralisierung des Netzes und dessen Omnipraesenz beguenstigen es in dieser Phase des Online-Lebens, den Anschluss an die Gesellschaft, welcher Ebene sei hier nicht von tieferer Bedeutung, nicht zu verlieren sondern oftmals sogar zu festigen.
Generativitaet meint die Liebe in die Zukunft zu tragen, sich um zukuenftige Generationen kuemmern, eigene Kinder grossziehen.
Dies auf die E-Ebene zu uebertragen mag fuer einen Moment absurd klingen, ist jedoch unter Anderem tief in den Wurzeln der OpenSource Community verankert. Im Hier und Jetzt fuer das Morgen arbeiten, ohne direkte Gegenleistungen zu erwarten. (Un-)Willige Neulinge auf den richtigen? Pfad (ein)weisen. Viele Lebenswerke waren schon immer geistigen Ursprungs.
Die Moeglichkeiten fuer das Ausscheiden aus dem Online-Leben koennte unterschiedlicher nicht sein. Sei es aus freien Stuecken, Zwang oder weil das echte Leben endet. Abgesehen vom Ende des Echten ist der Online-Tod in vielen Faellen abwendbar, umkehrbar, nicht zu fuerchten.
Hierbei “reden” wir von Lautsprache und Schriftsprache; das sind also die Laute, die wir äußern und hören, sowie die Symbole, die wir aufschreiben. Da sich Laut- und Schriftsprache nur im verwendeten Medium (Luft, Papier) unterscheiden, nehmen wir an, sie unterliegen denselben folgenden Prinzipien.
Sprache dient in der Regel der Verständigung.
Sprache ist eigentlich nicht viel mehr als kodierte Signale, die in einem gegebenen Kontext Information übermitteln und beim Empfänger “Sinn” ergeben. Und schon sind wir beim Problem angelangt: wer den Code nicht versteht, hat es schwer einen “Sinn” in den Lauten zu finden.
Zur erfolgreichen Kommunikation benötigt man also den Code. Dieser ergibt sich aus dem Kontext, wodurch das Problem der Verständigung sehr viel komplexer wird.
Will man nun erreichen, dass bestimmte Personen(gruppen) den Sinn einer Nachricht nicht erfassen, so muss man ihnen den Kontext vorenthalten. Der Kontext ändert sich laufend; diesen gezielt zu verändern, macht es für Außenstehende noch schwerer, Zugang zu finden.
Betrachten wir also folgenden Mitschnitt, den ich minimal gekürzt habe, um das Wesentliche zu betonen. -“Das Original”:http://hi.kicks-ass.net/ befindet sich auf http://hi.kicks-ass.net/-
[20:38:09]<housetier> hi [20:38:16]<Junglist> hi [20:38:16]<]olly[> hi [20:38:17]<Junglist> hi [20:38:24]<housetier> hi [20:38:31]<]olly[> hi [20:38:33]<housetier> hi [20:38:42]<threndo> hi [20:38:48]<tendo> hi [20:38:50]<threndo> hi [20:38:50]<housetier> hi [20:38:52]<tendo> hi [20:38:52]<]olly[> hi [20:38:54]<threndo> hi [20:38:56]<tendo> hi [20:39:10]<SonOfNoiz> hi [20:39:12]<housetier> hi [20:39:12]<AlephNu11> hi [20:39:14]<housetier> hi [20:39:18]<]olly[> hi [20:39:24]<SonOfNoiz> hi [20:39:40]<Ratty--> hi [20:39:42]<housetier> hi [20:39:49]<AirJohn> hi [20:39:51]<]olly[> hi [20:39:55]<bunnyrape> hi [20:39:56]<Ratty--> hey! [20:39:58]<phx> hi [20:39:59]<AirJohn> lo [20:40:00]<phx> doh [20:40:00]<bunnyrape> hi [20:40:02]<Ratty--> stop stealing my line [20:40:03]<triune> hi [20:40:03]<AirJohn> hi [20:40:04]<bunnyrape> hi [20:40:05]<housetier> hi [20:40:06]<triune> hi [20:40:07]<phx> hi [20:40:08]<bunnyrape> hi [20:40:08]<triune> hi [20:40:09]<AirJohn> hi [20:40:09]<[Si|0]> hi [20:40:10]<housetier> hi [20:40:10]<triune> hi [20:40:11]<bunnyrape> hi [20:40:11]<Ratty--> hi [20:40:12]<SonOfNoiz> hi [20:40:12]<AirJohn> hi [20:40:13]<threndo> hi [20:40:13]<triune> hi [20:40:14]<]olly[> hi [20:40:15]<bunnyrape> hi [20:40:15]<triune> hi [20:40:15]<housetier> hi [20:40:16]<threndo> hi [20:40:17]<phx> hi [20:40:18]<bunnyrape> hi [20:40:18]<AirJohn> hi [20:40:20]<triune> hi [20:40:21]<tendo> hi [20:40:21]<Ratty--> hi [20:40:22]<SonOfNoiz> hi [20:40:22]<bunnyrape> hi [20:40:23]<housetier> hi [20:40:25]<AirJohn> hi [20:40:25]<triune> hi [20:40:25]<[Si|0]> hello [20:40:26]<bunnyrape> hi [20:40:27]<triune> hi [20:40:31]<phx> hi [20:40:31]<haterade> hola [20:40:31]<SonOfNoiz> hi [20:40:33]<bunnyrape> hi [20:40:33]<triune> hi [20:40:34]<AirJohn> ji [20:40:35]<haterade> como estas? [20:40:35]<triune> hi [20:40:36]<housetier> hi [20:40:38]<bunnyrape> hi [20:40:40]<SonOfNoiz> hi [20:40:41]<triune> hi [20:40:42]<phx> hi [20:40:43]<bunnyrape> hi [20:40:46]<SonOfNoiz> hi [20:40:47]<wuzz> hi [20:40:48]<triune> hi [20:40:48]<triune> hi [20:40:49]<bunnyrape> hi [20:40:50]<SonOfNoiz> hi [20:40:50]<housetier> hi [20:40:55]<wuzz> hi [20:40:56]<bunnyrape> die [20:40:56]<SonOfNoiz> hi
Dauer des “Gesprächs”: 2 Minuten.
Aktive Personen: 15 Nicknames.
Häufigkeit des Wortes “hi” bzw. dessen Equivalente: 90 Vorkommnisse.
Innerhalb extrem kurzer Zeit konnte eine Gruppe von 15 Personen also ein Gespräch führen, dessen Inhalt unbeteiligten “Zuschauern” für immer verborgen sein wird. Mit jeder Zeile ändert sich der Kontext, jede neue Zeile muss im Gesamtkontext immer wieder neu “be-sinnt” werden. Dieser Vorgang ist schwierig zu erklären und unmöglich nachzuvollziehen.
Dieser Code ist einmalig und nicht zu “knacken”!
Diese “hi”-Spiel wurde recht schnell populär, erreichte aber nur noch ein einziges Mal ernstzunehmende Ausmaße. Einige Monate später ergab es sich, dass wieder ein längeres hi-Gespräch geführt wurde:
[09:15:27]<raillery> hi [09:15:29]<housetier> hi [09:15:35]<raillery> hi [09:15:39]<rawkweila> HI! 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Diesmal dauerte es sogar 5 Minuten an.
Aktive Personen: 10 Nicknames.
Häufigkeit des Wortes “hi” bzw. dessen Equivalente: mehr als 320 Vorkommnisse.
Weniger Personen reden länger und mit wesentlich höherer Frequenz als zuvor. Dies lässt darauf schließen, dass der Code verinnerlicht wurde; d.h. die Beteiligten können den Kontext sehr viel schneller evaluieren und angemessen reagieren.
Nähert man sich diesen Mitschnitten von einer informationstechnischen Seite, so könnte man sagen, dass eine nahezu redundanzfreie Komprimierung mit sich dynamisch anpassendem “dictionary” gefunden wurde: Ein und dasselbe Symbol “hi” hat mit jedem Vorkommen eine andere Bedeutung.
Bei noch extremerer Komprimierung würden gar keine Nachrichten mehr ausgetauscht, aber hierdurch trotzdem Information übermittelt. Philosphisch und informationstechnisch durchaus interessant; diese Spekulation führt jedoch zu weit…
Der Anhang beinhaltet mancherlei Sachen, die eher mit dem Projekt als mit dem Buch an sich zu tun haben — oder auch nicht. Oder völlig egal; wer liest schon Anhänge?
elementar irchelp.org (irchelp.org about RFCs)
empfehlenswert
Natuerlich gibts noch speziellen harten Tobak aus der Detail-Kiste wie z.B. draft-brocklesby-irc-isupport-02 – IRC RPL_ISUPPORT Numeric Definition, ein Dokument, das sich ausschliesslich mit RPL_ISUPPORT (aka RAW 005) beschaeftigt.