Ich verzichte auf die üblichen Floskeln, auch wenn sie zutreffen. Es ist schwierig auf sie zu verzichten, fallen sie einem doch so leicht ein; man hört sie so oft. Aber ich bin zurzeit beeinflusst durch Deutsch für Profis von Wolf Schneider. In dem Buch gibt es eine Liste von Wörtern und Redewendungen, die man besser nicht benutzen sollte, weil sie abgedroschen sind; weiteres dreschen steigert nicht den Ertrag.
Keine Floskeln also, aber trotzdem starke Worte. Die frohe Botschaft muss verkündet werden! Meine Euphorie schwächt sich schon ab, gibt mir aber noch Schub, dass ich begeistert weiterschreiben kann. Zu diesem aktuellen Anlass macht das Schreiben sogar richtig Spaß. Natürlich sollte man nicht übertreiben vor lauter Begeisterung, vielmehr sollte man endlich sagen um was es geht!
Heute erhielt ich endlich den Brief, auf den ich seit Monaten gewartet habe. Unscheinbar lag er in meinem Brieffach im Wohnheim, aber der Inhalt war viel mehr: Das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg hat mir endlich einen sogenannten Bewilligungsbescheid geschickt!
Bewilligung heißt vor allem Bewilligung von Leistungen nach dem SGB2, und das heißt: Geld. Vorher hatte ich nichts, nun habe ich immerhin zu wenig. Endlich bin ich aufgestiegen in die Unterschicht, in das Prekariat. Nun kann ich endlich Prekariäre machen.