So kann das ja nichts werden!

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So kanns gehen

beispielhaft, chronologisch, mehr oder weniger detailliert; trotzdem ein schlechtes Beispiel, denn so kommt man nicht zu ALG2.

Donnerstag, 16. November 2006

Das JobCenter Tempelhof-Schöneberg ringt sich dazu durch, meinen ALG2-Antrag abzulehnen. Ich ahne noch nichts davon.

Vielleicht haben sie schon vorher gerungen, auf jeden Fall trägt der Bescheid das Datum vom 16. November.

Montag, 20. November 2006

Mein CaseManager ruft mich an und sagt den Termin am 1. Dezember ab; er denkt ich wüsste schon von der Ablehnung, die “am 16. raus ist”. Wenn ich bis Ende der Woche noch nichts vom JobCenter Tempelhof-Schöneberg gehört habe, soll ich mich bei ihm melden und er veranlasst dann, dass ein neuer Bescheid geschickt wird.

Das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg meint im Ablehnungsbescheid, das Einkommen meiner Mutter würde vollkommen ausreichen, mich auch noch mit durchzufüttern; ja, es würde sogar noch was nachbleiben! Keine Rede ist von Bedarfs- oder Haushaltsgemeinschaften, nur von Einkommen. Selbst ich habe auf einmal welches!

Ich bin empört und verärgert und verzweifelt.

Donnerstag, 23. November 2006

Der AK ELVIS bietet eine Sozialberatung an, die ich auch heute wieder in Anspruch nehme. D. erklärt mir zunächst was die Berechnungsbögen denn berechnen.

Danach schreitet D. zur Tat und formuliert das Widerspruchschreiben für mich. Welches ich am Freitag, 24. November beim JobCenter Tempelhof-Schöneberg abgebe und mir dabei den Empfang bestätigen lasse.

Auf dem Heimweg schreibe ich in mein Tagebüchlein und heraus kommt zu viel Emo, zu wenig Hoffnung, zu viel Stress, zu wenig Durchblick.

Dienstag, 28. November 2006

Heute sind 5 Besichtigungstermine geplant. Beim Letzten klappt es dann endlich und ich unterschreibe einen Vorvertrag. Eine große Erleichterung tritt ein, da ich den ja nur noch vom JobCenter Tempelhof-Schöneberg absegnen lassen müsste. Es steht alles wichtige drin: Mietgegenstand, Mitbenutzung von Soundso, Kaution, Warmmiete.

Mittwoch, 29. November 2006

Mittwochs, so auch am 29. November 2006, ist das JobCenter Tempelhof-Schöneberg für den gemeinen Pöbel geschlossen: es werden nur terminierte Besucher eingelassen.

Donnerstag, 30. November 2006

Heute kann ich also endlich und hoffnungsvoll meinen Vorvertrag zeigen. Ich bin guter Dinge, den Helfern zum möbeltragen habe ich auch schon Bescheid gegeben.

Das JobCenter Tempelhof-Schöneberg ist allerdings der Ansicht, dass das so nicht geht. Ich bräuchte ein Wohnungsangebot einer Wohnungsbaugesellschaft. Das sagen die mir jetzt, nachdem ich 1 Monat lang nach WGs gesucht habe, weil die günstiger sind. Es hilft kein betteln und kein weinen, der Vorvertrag wird nicht mal richtig zur Kenntnis genommen: “Sie können doch nicht einfach etwas unterschreiben!”.

Ich hatte bei allen vorigen Gesprächen mit den Unsachbearbeitern immer nur von WG-Zimmern gesprochen und wurde nie darauf hingewiesen, dass WG-Zimmer nicht zulässig sind! Also war 1 ganzer Monat FÜR DEN ARSCH. Da war ich ziemlich fertig und bin gleich wieder zum AK ELVIS gegangen.

Dort telefonierte D. dann für mich mit dem Amt für soziales Wohnen und fand nach einiger Zeit und drei Versuchen heraus, dass es wohl am besten sei, wenn ich einen “Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung” stelle.

Freitag, 1. Dezember 2006

Das tat ich dann am Freitag morgen beim Sozialgericht Berlin. Allerdings würde auch hier die Bearbeitung ein paar Wochen(!) in Anspruch nehmen, da das JobCenter Tempelhof-Schöneberg auch etwas zu sagen hat in der Sache.

Zusammenfassung

Ein “Wohnungsangebot” muss von einer Wohnungsbaugesellschaft kommen, oder zumindest für eine komplette Wohnung gelten. WG-Zimmer zur Untermiete sind nicht zulässig, da sich ja der Vermieter auf Kosten des Staates bereichern könnte. Das ist noch komplizierter, aber ich blick das nicht ganz. Ich weiß nur: “WG-Zimmer is nich’”.

Drohende Obdachlosigkeit kümmert einige Mitarbeiter im JobCenter Tempelhof-Schöneberg nicht im geringsten.

Kritik der Zusammenfassung

Irgendwie war die Luft raus. Ich habe aber noch mehr erlebt nach dem 1. Dezember und werde bald darüber berichten.

Ich kann natürlich nur über die Mitarbeiter berichten, mit denen ich zu tun hatte. Immer wenn ich also “JobCenter Tempelhof-Schöneberg” sage, meine ich den jeweiligen Unsachbearbeiter.