Paranoiker sind Leute die nicht mehr alle Tassen um Schrank haben. Das klingt grob vereinfacht und ist bestimmt falsch, aber die Idee stimmt: paranoid = nicht ganz normal. Da Paranoiker ein Hirn haben und nicht selten sehr klug, zumindest gebildet, sind, haben sie auch mal Ideen.
Viele Leute in Deutschland sind nicht ganz normal, das ist immerhin auch Ausdruck von Individualismus (nebenbei: was ist Individi-Dualismus?). Manche Leute in Deutschland haben großen Einfluss auf das Leben der anderen Leute, auch auf das Leben der nicht ganz so normalen. Die Leute mit Einfluss kommen auch aus Deutschland, aus der Masse derjenigen die nicht alle ganz normal sind. Also gibt es also einflussreiche Leute, die nicht ganz normal sind.
Manche von diesen einflussreichen, nicht ganz normalen Leuten werden Politiker. Davon haben wir in Deutschland sehr viele: mal mit mehr und mal mit weniger Einfluss; mal mehr mal weniger nicht-ganz-normal. Aber immer Menschen aus Deutschland.
Einer dieser Politiker (Menschen also), die nicht ganz normal sind und viel Einfluss auf das Leben der anderen Menschen (Du und Ich) hat, ist unser lieber Herr Schäuble. Herr Schäuble ist also im Bundestag, das heißt er ist ein Bundespolitiker. DAS wiederum bedeutet, er hat Einfluss auf das Leben aller Deutschen oder er hat besonders ein’ an der Waffel ist besonders nicht-ganz-normal.
Oben wurde ja schon die Fähigkeit zur Ideenbildung erwähnt. Nun ist unser lieber Herr Schäuble sehr gebildet, sehr erfahren, sehr klug und in meinen Augen sehr paranoid. Und so sind seine Ideen in meinen Augen sehr blöd.
Er möchte die Computer von Menschen (einflussreiche, einflusslose, normale, nicht ganz so normale; aber bestimmt keine Politiker) durchsuchen lassen. Im Laufe von Ermittlungen gegen einen Verdächtigen will die Polizei natürlich auch wissen, was der so alles auf der Festplatte “im virtuellen Aktenschrank” hat. Weil das aber nicht ausreichend nach Technofaschismus klingt, möchte Herr Schäuble, dass die Polizei in den Aktenschrank kommt ohne in den Raum zu müssen, in dem sich er virtuelle Aktenschrank befindet.
Der Technofaschist greift lieber von außen zu; damit das einfacher geht und damit sich die ganzen Menschen davon auch beeindrucken lassen, nimmt der technofaschistische Vollstreckungsbeamte sogenannte “Trojaner” zur Hilfe.
Und damit kommen wir zurück zur Paranoia, zum Paranoiker, zur paranoiden Idee eines von Paranoia geplagten Politikers Berufsparanoikers. Die Idee ist paranoid weil
Kurz: Die, die man will, kriegt man nicht; die, die man kriegt, will man (angeblich) nicht; die, die Ahnung haben, kriegen einen dicken Halz!
Hier geht’s wieder zurück zum provokanten Titel. Herr Schäuble hat bestimmt nur das (paranoide, technofaschistische) “Wohl des Volkes” im Sinn, wenn er solche Ideen erbricht.
Dieses Angst treibende Gerede ist nicht gut für unsere Gesellschaft! Es gefällt mir ganz und gar nicht.
Ich bin lieber frei als sicher. Herr Schäuble will, dass wir sicher aber nicht frei sind. Wohin das führt sieht man sehr gut im Spielfilm I, Robot: Weil der Hauptroboter (nicht-ganz-normal, totalen Einfluss auf alle) alle Menschen schützen will, werden sie zu Hause eingesperrt. Dort sind sie sicher, aber nicht frei.
Ja, das ist ein extremer Standpunkt. Aber es geht hier ums Prinzip; ein anderer kluger (evtl anders paranoider) Mensch hat gesagt: “Der Preis für Sicherheit ist die Freiheit”. (Evtl. in anderen Worten).
Freiheit für Deutschland!