Endlich habe ich Arbeit gefunden! Es hat sich gelohnt, Mitglied des c-base e.V. zu werden, denn ich bin ab Montag in der Firma eines anderes Mitglieds beschäftigt.
Dort werde ich meine brachliegenden PHP-Skills bei der Einrichtung eines Webshops auffrischen können. Später werden dann noch andere Projekte in anderen Programmiersprachen hinzukommen.
Ich freue mich, endlich mal wieder richtig arbeiten zu können. Die Maßnahme bisher war nicht schlecht (ich bekomme immerhin ein Zertifikat), aber mir liegt programmieren mehr als PCs verkaufen.
Es geht voran!
Die erste Sprosse auf der Prekariats-Leiter erklimmt man, in dem man sich ein Wohnungsangebot holt vom Eigentümer der Wohnung. Die Wohnungsbau-Gesellschaften, -Genossenschaften und -Vereine kennen das; sie wissen was zu tun ist und wie das Wohnungsangebot aussehen muss.
Um die zweite Sprosse der Prekariats-Leiter zu erklimmen, muss das Wohnungsangebot dem PAP vorgelegt werden. Der PAP prüft dann, ob die Wohnung angemessen ist.
Nach dem der PAP sein OK gegeben hat, ist man ziemlich weit gekommen; nur noch der dritte Schritt fehlt um die eigene Wohnung beziehen zu können.
Der Mietvertrag muss natürlich noch unterschrieben werden – ab jetzt hat man die Wohnung!
Das Scharmützel (der Krieg) dauert aber noch ein bisschen an. Im Englischen gibt es dafür den Begriff aftermath.
Die Aufräumarbeiten hier sind Folgende: Mietvertrag vorlegen wegen KdU(Kosten der Unterkunft); ummelden beim Bürgerbüro (die kann auch schon vor dem Umzug geschehen); melden beim nun zuständigen Jobcenter.
Ich kann mich gar nicht so richtig freuen – ständig befürchte ich, dass noch etwas dazwischenkommt und meine Wohnträume zerstört. Man lernt zu zweifeln und zu warten. Der Konflikt: ich gehe davon aus, “dass es klappt”, möchte aber nicht nochmal so enttäuscht werden und halte meine Freude stark zurück, bis ich wirklich dort wohne.
Ich verzichte auf die üblichen Floskeln, auch wenn sie zutreffen. Es ist schwierig auf sie zu verzichten, fallen sie einem doch so leicht ein; man hört sie so oft. Aber ich bin zurzeit beeinflusst durch Deutsch für Profis von Wolf Schneider. In dem Buch gibt es eine Liste von Wörtern und Redewendungen, die man besser nicht benutzen sollte, weil sie abgedroschen sind; weiteres dreschen steigert nicht den Ertrag.
Keine Floskeln also, aber trotzdem starke Worte. Die frohe Botschaft muss verkündet werden! Meine Euphorie schwächt sich schon ab, gibt mir aber noch Schub, dass ich begeistert weiterschreiben kann. Zu diesem aktuellen Anlass macht das Schreiben sogar richtig Spaß. Natürlich sollte man nicht übertreiben vor lauter Begeisterung, vielmehr sollte man endlich sagen um was es geht!
Heute erhielt ich endlich den Brief, auf den ich seit Monaten gewartet habe. Unscheinbar lag er in meinem Brieffach im Wohnheim, aber der Inhalt war viel mehr: Das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg hat mir endlich einen sogenannten Bewilligungsbescheid geschickt!
Bewilligung heißt vor allem Bewilligung von Leistungen nach dem SGB2, und das heißt: Geld. Vorher hatte ich nichts, nun habe ich immerhin zu wenig. Endlich bin ich aufgestiegen in die Unterschicht, in das Prekariat. Nun kann ich endlich Prekariäre machen.
Diesmal wollte ich alles richtig machen und wirklich mit dem Amt kooperieren. Ich holte mir also ein richtiges, ordnungsgemäßes, unverbindliches Wohnungsangebot von der WBM. Die Wohnung ist zwar klein, aber ich würde sie nehmen: nachdem man lange Zeit erfolglos gesucht hat, nimmt man immer schäbigere Angebote an.
Dieses Wohnungsangebot legte ich dem JC Tempelhof-Schöneberg zur Begutachtung und Bewilligung vor. Ich versuchte deutlich zu machen, dass sie bitte zügig entscheiden mögen, da sich noch andere Wohnungssuchende für die Wohnung interessierten. Und so erhielt ich auch prompt einen Termin – und zwar schon am 9. Februar, einem Freitag. Soweit zu “zügig”: “Eilig? Kein Problem! Wir geben Ihnen einen Termin mehr als eine Woche nachdem die Wohnung frei wird; bis dahin hat sich das eh erledigt und wir müssen nicht mehr so hart arbeiten schwere Entscheidungen treffen.” Ich muss mich wohl einstellen auf einen längeren Heimaufenthalt.
Mal sehen, wie es bei anderen Wohnungsbaugesellschaften aussieht: vielleicht ergibt sich ja was Mitte des Monats?
Nachtrag: Angebot vom Montag, am Dienstag morgen vorgelegt; am Dienstag nachmittag kommt der Anruf der Verwalterin, dass die Wohnung jetzt vermietet ist an einen jungen Mann der zuhause ausziehen musste und sehr verzweifelt war (kennt man das nicht irgendwoher? von mir selbst gar?). Tja, so ist das wenn das Amt zügig arbeitet. Es hat mich aber nicht so traurig gemacht, denn es war ja schon das zweite Mal, dass ich keine Wohnung bekam durch die Behäbigkeit des JobCenters Tempelhof-Schöneberg.
...denn er scheint still zu stehen. Seit etwa 1h warte ich hier mit anderen Bürgern um mir helfen zu lassen bei der Wohnungsfindung. Eine Wohnung suchen kann ich alleine, nur das Finden klappt noch nicht so gut. Die Wartenden warten schweigend; gesprochen wird nur, um die Reihenfolge zu klären: Wer wartet auf welche Tür? und: Wer kommt alles vorher dran? Dabei sollte man klare Worte wählen, denn spricht man nicht aus, dass man als nächstes dran ist, so wird man übergangen und muss noch länger warten. So passierte es mir gerade eben. Schade eigentlich, da ich denke, dass mein “Fall” doch drängt. Nun warte ich und schreibe.
Der Nerd in mir versucht, Muster in dem Linoleum zu erkennen. 3 Farben beflecken die Platten: braun-rot tropft wie zähe Rostschutzfarbe; weiß bröckelt und zerfasert; grau beherrscht in hell und dunkel. Obwohl keine Farbe heraus sticht und sie aus der Entfernung zu einem gleichmäßigen grau zerfließen, ist kein Muster zu erkennen. Aus der Nähe betrachtet stechen die Farben heraus; Einzelheiten im grau erkennt man, sobald man sich darauf konzentriert. Aber aus der Nähe kann man noch weniger ein Muster erkennen. Die Kleckse erinnern an nicht ganz sauber zusammengeschmolzene und -gerührte Kunststoffreste; in ca. gleich große Fetzen zerschnipselt und dann ein einen Bottich geworfen, bei hoher Temperatur einige Minuten gerührt bis alles weich geworden aber noch nicht vermischt ist. Sodann breit und dünn ausrollen und aushärten lassen. Anschließend werden die Bahnen in Stücke geschnitten und an das Rathaus Tempelhof verkauft, in welchem ich mich dann (Jahrzehnte später?) über das Rezept wundern kann.
Immer noch warten! Vom Vordrängler erfahre ich, dass soeben die Computer abgestürzt sind, weshalb er wieder draußen mit uns anderen wartet, während sein und mein Sachbearbeiter telefoniert. Das Computerproblem ist nach kurzer Zeit behoben und der Drängler darf nach drinnen.
Warten, warten, warten! Darauf, dass der Amtsschimmel endlich in die Hufe kommt. Der Drängler verlässt mit dem Sachbearbeiter das Büro und wird ermahnt und wiegelt ab. Der Sachbearbeiter beschwichtigt und dann überrascht er mich, indem er mich erkennt: “Herr P.?” – “Ja.” – “Wollen Sie zu mir?” – ich nicke – “Dauert noch einen kleinen Augenblick”. Der Drängler bekommt Zettel ausgehändigt, und ich erfahre, dass ich tatsächlich noch einen Augenblick warten muss. Jemand anders hatte wohl einen Termin, wird (vor mir) hereingebeten und ich darf noch länger warten.
Wie es weitergeht als ich endlich drankomme, steht auf einem anderen Blatt und gehört zu einer größeren Geschichte, die ich noch schreiben muss. Hü-hott! Auf zum JobCenter Tempelhof-Schöneberg.
Beim JC wird wieder weitergewartet. Es gibt einen Wartebereich, in dem die Bürger warten und reden. Diesmal muss nicht koordiniert werden, denn man zieht eine Nummer und die Nummer wird aufgerufen. Vielmehr warten hier viel mehr Bürger als beim Rathaus, und sie sind im Wartebereich und nicht auf dem Flur. Der Wartebereich selbst geht über in ein (Riesen-)Großraumbüro, wo die Bürger nach dem Warten nun mit ihrem Persönlichen Ansprechpartner (PAP) reden. Das Geräusch ist mehr, leider jedoch kein Meeresrauschen, sondern nur das Plärren aus einem Handy mit Radio (Schon GEZahlt?). Die Bürger warten geduldig, sie haben sich etwas zu lesen mitgebracht oder starren einfach in die Luft – wie auf stand-by. Oder sie starren Löcher in den strapazierfähigen Boden, der schwarz-grauen Widerstand gegen tausende Bürgerschuhe darstellt. Das Radio verstummt, das Gemurmel bleibt, die Nummern steigen, die Bürger warten.
Ich komme dran, und werde nach kurzer Zeit zur nächsten Drohne geschickt; im 2. Stock darf ich diesmal warten, wo ich mit Namen aufgerufen werde, wie mir die erste Drohne aus dem Großraumbüro versichert. Die Wartezeit reicht aus, einen Teil der vielen Antragsformulare auszufüllen. O, Ach! Endlich wieder einen ALG2-Antrag ausfüllen zu dürfen! Die Drohne tippt dann eine Weile Daten in den Computer und schickt mich in den 1. Stock, wo ich – wer hätte das gedacht? – wieder warten darf, um wieder mit Namen aufgerufen zu werden.
Dort fülle ich also den Antrag zu ende aus. Die Drohne wundert sich über die bisherigen Ablehnungen, aber wir beschließen, dass jenes Thema nicht akut ist. Der Antrag wird akzeptiert (was aber nichts heißt). Ich bekomme sogar wieder einen Vorschuss, obwohl sie den Vorschuss vom Dezember zurückfordern…
So richtig Sprunghaft ist der Amtsschimmel nur, wenn es darum geht, noch mehr Unter- und Auflagen von den Bürgern zu verlangen. Ansonsten steht er sehr behäbig herum und rührt sich nur unwillig und schwerfällig und nach langer Bedenkzeit, wenn der Bürger etwas will. Für viele Bürger ist dies bestimmt Alltag, aber für mich ist das eine neue Erfahrung, die erschüttert und empört.
ja, mal kurz so zwischendurch: das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg hat meinen zweiten Antrag also wieder abgelehnt mit dergleichen Begründung wie beim ersten Mal. Ich hatte zwar einen Untermietvertrag, so dass man nicht davon ausgehen kann, dass ich “für frei” wohne, aber mit so unwichtigen Details gibt sich das Jobcenter gar nicht erst ab.
Nun muss ich also mal wieder Widerspruch einlegen, das dauert wieder ewig bis die in die Puschen kommen; und ab 1.2.2007 muss ich ja auf jeden Fall eine eigene Bude gefundenhaben, die dem JC auch zusagt…
Status: 2 Widerspruchsverfahren, 1 einzige Scheiße, 0 Kohle.
Bei dieser Gelegenheit frag ich mich woher sie die Daten über das Einkommen meiner Mutter hatten, denn: meine Daten muss ich je-des-mal wieder ausfüllen, weil sie die nicht einfach übernehmen können. Aber bei sensiblen Daten Dritter gibt es diese Schwierigkeiten auf einmal nicht mehr. Aber auch hier kommt wieder eine Unsicherheit ins Spiel. Die Auskunft, dass meine Daten nicht einfach übernommen werden können, wurde mündlich gegeben und auf mündliche Auskünfte kann man beim JC wohl nichts geben – man muss sich alles schriftlich geben lassen!
Zum Einen war ich sehr verzweifelt, zum Anderen war ich der vielen Wiederholungen überdrüssig die sich ergeben haben wenn ich beim JobCenter “vorsprach”. Also setzte ich mich hin, riss mich zusammen und schrieb eine Art Hilferuf, Situationsbeschreibung, Bettelbrief; irgendwas in der Art.
Ich weiß nicht, ob dieses Schreiben die Entscheidung des JobCenters beeinflusst hat. Ich weiß aber, dass es mir geholfen hat stark zu bleiben (so abgedroschen das auch klingen mag). Ich hoffte mir dadurch die ganze Erklärungsarbeit, die ich bisher mündlich geleistet hatte, sparen zu können um mich besser auf die Schikane das Sachliche konzentrieren zu können.
Ich gebe hier das Schreiben wieder, so wie ich es auch ausdruckte und unterschrieb und einer Mitarbeiterin des JobCenters aushändigte. Vielleicht berührt oder inspiriert es den Eine oder die Andere; vielleicht bleibt es wirkungs- und hilflos. Vielleicht ist es unangebracht, aber hier ist es:
Lasse Pommerenke
ohne Wohnsitz, in Berlin
Dezember 2006Ich bin zurzeit mittellos und wohnsitzlos. Ich habe kein Geld und keine Wohnung. Ich habe jedoch Möbel, Bücher und Geschirr; diese sind zurzeit untergestellt und ich nutze sie nicht.
Seit einigen Wochen suche ich nach Wohnraum für unter 360 Euro Warmmiete. Als ich Ende November ein WG-Zimmer fand und einen Vorvertrag abschloss, wurde dies abgelehnt, da ich noch kein “Kunde” war. Am 1. Dezember warf meine Mutter mich raus. Seit diesem Tag habe ich keinen festen Wohnsitz. Ich bin noch nicht obdachlos gemeldet, da ich immerhin vereinbaren konnte, benachrichtigt zu werden, wenn Post für mich an der Meldeadresse ankommt.
Am 4. Dezember stellte ich daher einen neuen Antrag auf ALG2. Ich besorgte mir Wohnungsangebote einer Wohnungsbaugesellschaft. Eine dieser Wohnung war “ab sofort” frei, ich bat um Erteilung der Mietgarantie für diese Wohnung. Diese Mietgarantie wurde erteilt und mir wurde telefonisch gestattet den Mietvertrag zu unterschreiben. Leider war die Wohnung inzwischen an jemand anders vermietet worden. Ich bin also immer noch wohnungslos, mittellos, und bald auch hoffnungslos.
Durch Telefonate fand ich heraus, dass die Wohnungssituation zurzeit sehr schlecht ist, es keine freien Wohnung gibt. Freie Wohnungen gibt es derzeit erst ab 1. Februar 2007. Solange kann ich aber nicht auf der Straße, bei Freunden, bei Bekannten, oder mir gänzlich unbekannten Personen wohnen. Die wenigen Freunde und Bekannte sind nicht mehr in der Lage, mir sowohl Schlafplatz, Telefon, Essen und Warmwasser zur Verfügung zu stellen.
Auch kann ich meine Möbel (mein einziger mir verbliebener Besitz) nicht so lange an ihrem jetzigen Ort untergestellt lassen; sie werden spätestens am 31. Dezember entfernt, danach ist der Stellplatz an eine andere Person vergeben. Ich habe auch kein Geld um sie woanders unterzustellen.
Ich habe die Situation mit meiner Mutter besprochen, sie hat sich bereit erklärt, mir ein Zimmer der Wohnung befristet zu vermieten.
Ich bitte daher, endlich meine Hilfsbedürftigkeit anzuerkennen, damit den Regelsatz zu bewilligen und schließlich die Mietkosten für das Zimmer laut beiliegendem Untermietvertrag zu übernehmen. Der Winter verschlimmert meine Notlage noch.
Ich bin mittellos und kann die Miete nicht selber zahlen. Ich bin obdachlos und finde keine Wohnung, die ab sofort frei ist und weniger als 360 Euro warm kostet. Wenn die Miete gezahlt wird, hätte ich befristet ein Zimmer und könnte meine Möbel dort einstellen. Den Transport der Möbel könnte ich vom Regelsatz bezahlen, es entstünden keine Umzugskosten, für die das JobCenter aufkommen müsste.
Ebenso hätte ich die Chance Wohnungsangebote für angemessene Wohnungen zu erhalten und diese dem JobCenter vorzulegen, in der Hoffnung das JobCenter würde auch hierfür eine Mietgarantie aussprechen.
Wird der beiliegende Untermietvertrag nicht akzeptiert, so bitte ich um sofortige Zuweisung von Wohnraum und zwar ohne Möbel. Ich bin verzweifelt genug, irgendwo zu wohnen, aber ich möchte nicht meinen letzten Besitz verlieren.
Ich weise nochmal darauf hin, dass ich mittellos bin. Das Geld für Fahrkarten und Essen leihe ich mir oder bettele Menschen auf der Straße an. Ich brauche dringend Unterstützung. Ich kann mir zwar Arbeit suchen, dort aber nicht regelmäßig erscheinen, da ich nicht ausreichend Geld zusammenbekomme um täglich Nahverkehr zu fahren: das erbettelte Geld reicht entweder für ein Ticket oder einen Döner.
Bitte lassen sie mich also in der Wohnung meiner Mutter zur Untermiete wohnen, bitte anerkennen sie endlich meine Hilfebedürftigkeit, bitte gewähren Sie mir einen Vorschuss auf den Regelsatz damit ich ich mir das Sozialticket und regelmäßige Mahlzeiten kaufen kann.
Dick aufgetragen, in der Tat. Aber die Lyrik soll nicht die Tatsachen verschleiern, sondern eindringlicher geltend machen.
Ja ich hab heute endlich einen Vorschuss auf den Regelsatz bekommen. D.h. das verdammte JobCenter hat endlich meine Hilfebedürftigkeit anerkannt.
Aus schierer Verzweiflung hatte ich einen Untermietvertrag mit meiner Mutter abgeschlossen und diesen vorgelegt. Der Vertrag wurde akzeptiert und kurze Zeit später bekam ich eine aufgeladene Geldkarte, mit der man am Auszahlungsterminal Bargeld bekommt.
Ich bin sehr erleichtert, aber die Geschichte ist mit Sicherheit noch nicht zu Ende!
Als nächstes kommt bestimmt die Eingliederungsvereinbarung; hierbei werden die meisten Versager Schmarotzer Bürger Hartz4-Empfänger “nicht so toll behandelt”.
Dann läuft ja immer noch das Widerspruchsverfahren gegen den Ablehnungsbescheid meines ersten Antrags.
Und schließlich will ich nicht verheimlichen, dass ich hier bei Mutter nur begrenzte Zeit wohnen kann: am 31. Januar ist “Schluss mit Lustig” (haha). Aber immerhin kann ich, sobald die Trägerkarte da ist, mir billigen Nahverkehr kaufen, zur Arbeit fahren, anständig essen und eine angemessene Wohnung suchen. Dann geht das Spiel mit der Genehmigung von vorne los; es wird wohl besser laufen wird, da ich nun über ein wenig Erfahrung verfüge, wie man mit den Wohnungsbaugesellschaften und dem JobCenter umzugehen hat.
irgendwann vor dem 26.10.2006: download der Formulare
26.10.2006: Ausfüllen der Formulare
27.10.2006: Anstellen beim Jobcenter, aber weil noch was fehlte – die amtliche Meldebescheinigung nämlich – wurde ich gleich wieder abgewiesen mit dem Hinweis, ich solle mir doch bei BEQUIT einen Termin holen. Dies habe ich dann auch gemacht.
30.10.2006: Termin bei BEQUIT, die mögen aber den ausgedruckten Kontoauszug vom Postbank Onlinebanking nicht und ich soll doch bitte die Originale vorlegen. Mama + G sollen sich finanziell bitte auch so entblößen wie ich, also nächster Termin. Zu Hause gibts es dann “trouble” wegen den Begriffen auf den Formularen (“Bedarfsgemeinschaft” vs. “Haushaltsgemeinschaft”)
3.11.2006: ich lege mich mit den Heinis von Bequit an und bekomme andere Formulare ausgehändigt, auf denen nichts mehr von “Bedarfsgemeinschaft” steht. Aber trotzdem sollen sich Mama + G bis ins kleinste Detail entblößen, was ihre finanzielle Situation angeht (ich glaub da wird ein krasser Überwachungsstaat ala ’84 aufgebaut). Und der Arbeitgeber darf auch noch Formulare ausfüllen; extra geil wenn man gerade seinen Jahresurlaub genommen hat. Weil immer noch nicht alle Unterlagen so vollständig sind wie es das JobCenter gerne hätte wird ein weiterer Termin ausgemacht. Ich werde dann hier davon berichten…
hadez schreibt dazu:
Richter stärken Rechte von Hartz-IV-Empfängern
In seiner ersten Sitzung zu den Hartz-IV-Gesetzen hat das Bundessozialgericht deutliche Kritik an Teilen der Reform geübt. Die Richter stärkten die Rechte von Hartz-IV-Empfängern gegenüber den Behörden.
— Spiegel Online
wozu ich das meine:
Danke
Herzlichen Dank für den Hinweis. Mal sehen, ob das JobCenter Berlin-Tempelhof-Schöneberg da mitzieht oder die wie üblich über der Sozial-Rechtsprechung stehen.
spiegel.de kostet Geld
Jedenfalls sind die meisten Artikel nach einer Weile nur noch käuflich zu erwerben. Das ist aber nur halb so schlimm, denn auch andere “news portals” haben diese Meldung aufgegriffen. Ich bin sicher, auf den Seiten der vielen, vielen Tageszeitungen wird man dies auch finden.
Daumen drückn
Freitach is nächster Termin bei BEQUIT, danach geht’s zum JobCenter. Ihr dürft mal eure Däumchen drücken, dass die das nicht nur schnell bearbeiten sondern auch noch bewilligen! Und hoffentlich ist dann das eine hübsche Zimmer in Schnöneberg noch frei…
Wenn einer einen Antrag stellt so kann er was erleben. Hier schreibe ich, was ich so erlebe beim Abstieg ins Prekariat. In einem Wort fasse ich es so zusammen: durchwachsen (hier natürlich im negativen Sinne gebraucht).
Feedback ist ausdrücklich erwünscht.