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So kommt man zu einer Wohnung in Berlin

Angebot

Die erste Sprosse auf der Prekariats-Leiter erklimmt man, in dem man sich ein Wohnungsangebot holt vom Eigentümer der Wohnung. Die Wohnungsbau-Gesellschaften, -Genossenschaften und -Vereine kennen das; sie wissen was zu tun ist und wie das Wohnungsangebot aussehen muss.

Prüfung

Um die zweite Sprosse der Prekariats-Leiter zu erklimmen, muss das Wohnungsangebot dem PAP vorgelegt werden. Der PAP prüft dann, ob die Wohnung angemessen ist.

Nach dem der PAP sein OK gegeben hat, ist man ziemlich weit gekommen; nur noch der dritte Schritt fehlt um die eigene Wohnung beziehen zu können.

Mietvertrag

Der Mietvertrag muss natürlich noch unterschrieben werden – ab jetzt hat man die Wohnung!

Aftermath

Das Scharmützel (der Krieg) dauert aber noch ein bisschen an. Im Englischen gibt es dafür den Begriff aftermath.

Die Aufräumarbeiten hier sind Folgende: Mietvertrag vorlegen wegen KdU(Kosten der Unterkunft); ummelden beim Bürgerbüro (die kann auch schon vor dem Umzug geschehen); melden beim nun zuständigen Jobcenter.

Bestandsaufnahme

Ich kann mich gar nicht so richtig freuen – ständig befürchte ich, dass noch etwas dazwischenkommt und meine Wohnträume zerstört. Man lernt zu zweifeln und zu warten. Der Konflikt: ich gehe davon aus, “dass es klappt”, möchte aber nicht nochmal so enttäuscht werden und halte meine Freude stark zurück, bis ich wirklich dort wohne.

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Low Priority Handling

Der Kunde ist willig…

Diesmal wollte ich alles richtig machen und wirklich mit dem Amt kooperieren. Ich holte mir also ein richtiges, ordnungsgemäßes, unverbindliches Wohnungsangebot von der WBM. Die Wohnung ist zwar klein, aber ich würde sie nehmen: nachdem man lange Zeit erfolglos gesucht hat, nimmt man immer schäbigere Angebote an.

...aber das Amt ist schwach

Dieses Wohnungsangebot legte ich dem JC Tempelhof-Schöneberg zur Begutachtung und Bewilligung vor. Ich versuchte deutlich zu machen, dass sie bitte zügig entscheiden mögen, da sich noch andere Wohnungssuchende für die Wohnung interessierten. Und so erhielt ich auch prompt einen Termin – und zwar schon am 9. Februar, einem Freitag. Soweit zu “zügig”: “Eilig? Kein Problem! Wir geben Ihnen einen Termin mehr als eine Woche nachdem die Wohnung frei wird; bis dahin hat sich das eh erledigt und wir müssen nicht mehr so hart arbeiten schwere Entscheidungen treffen.” Ich muss mich wohl einstellen auf einen längeren Heimaufenthalt.

Mal sehen, wie es bei anderen Wohnungsbaugesellschaften aussieht: vielleicht ergibt sich ja was Mitte des Monats?


Nachtrag: Angebot vom Montag, am Dienstag morgen vorgelegt; am Dienstag nachmittag kommt der Anruf der Verwalterin, dass die Wohnung jetzt vermietet ist an einen jungen Mann der zuhause ausziehen musste und sehr verzweifelt war (kennt man das nicht irgendwoher? von mir selbst gar?). Tja, so ist das wenn das Amt zügig arbeitet. Es hat mich aber nicht so traurig gemacht, denn es war ja schon das zweite Mal, dass ich keine Wohnung bekam durch die Behäbigkeit des JobCenters Tempelhof-Schöneberg.

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Wie das housetier ins Wohnheim kam

Anfang

Es fing an, als der Ehrgeiz zu groß wurde und der Wunsch/die Gier nach Geld überhand nahm. Es ging weiter damit, dass der Erfolg hinter den Wunsch und Wahnvorstellungen Erwartungen zurückblieb. Und dann ging das Geld aus.

Schock

Geschockt durch den Absturz verkroch ich mich hinter meiner Depression. Dort war es bequem, behaglich und sicher – schön war es nicht.

ich werde ein Berliner

Endlich ergab sich der Umzug nach Berlin! Dies bot die Chance, durch Ortsveränderung auch die innere Welt zu verändern und in Ordnung zu bringen.

Wohnungssuche

Obwohl der Wohnungsmarkt angeblich so entspannt ist in Berlin, hatte ich mich vorher so weit von der Welt zurückgezogen, dass mich von 30 WGs nur eine aufnehmen wollte. Dies nahm das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg zum Anlass, sich der Wohnungsfindung zu widersetzen.

Heimsuchung

Da ich niemanden finden konnte, der mir trotz der extrem prekären Lage eine Wohnung vermieten würde, musste ich mich an das Sozialamt wenden. Zwei weitere Wochen suchte ich erfolglos, dann sprach ich erneut vor. Der freundliche Mitarbeiter des Sozialamtes brachte mich daraufhin unter in dem Männerwohnheim des Internationalen Bundes, wo ich zurzeit auf unbestimmte Zeit wohne…bis ich endlich eine Wohnung finde.

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dreaded mail

ja, mal kurz so zwischendurch: das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg hat meinen zweiten Antrag also wieder abgelehnt mit dergleichen Begründung wie beim ersten Mal. Ich hatte zwar einen Untermietvertrag, so dass man nicht davon ausgehen kann, dass ich “für frei” wohne, aber mit so unwichtigen Details gibt sich das Jobcenter gar nicht erst ab.

Nun muss ich also mal wieder Widerspruch einlegen, das dauert wieder ewig bis die in die Puschen kommen; und ab 1.2.2007 muss ich ja auf jeden Fall eine eigene Bude gefundenhaben, die dem JC auch zusagt…

Status: 2 Widerspruchsverfahren, 1 einzige Scheiße, 0 Kohle.

Bei dieser Gelegenheit frag ich mich woher sie die Daten über das Einkommen meiner Mutter hatten, denn: meine Daten muss ich je-des-mal wieder ausfüllen, weil sie die nicht einfach übernehmen können. Aber bei sensiblen Daten Dritter gibt es diese Schwierigkeiten auf einmal nicht mehr. Aber auch hier kommt wieder eine Unsicherheit ins Spiel. Die Auskunft, dass meine Daten nicht einfach übernommen werden können, wurde mündlich gegeben und auf mündliche Auskünfte kann man beim JC wohl nichts geben – man muss sich alles schriftlich geben lassen!

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so war's wirklich

Ich habe meine Aufzeichnungen gefunden, insbesondere die vom 30. November. Ich gebe sie hier so wieder wie ich sie notiert habe.


30.11.
Dritter am JobCenter, ich komme quasi sofort dran. Ich fange an zu erklären um was es geht und werde unterbrochen, dass ich kein Kunde sei und keinen Anspruch auf Leistungen hätte. Außerdem könne ich nicht einfach einen Vorvertrag abschließen, ich müsse erst das Angebot genehmigen lassen (das widerspricht allem was ich vorher gehört habe!). Ich weise darauf hin, dass ich bald wohnsitzlos werde. Die Bearbeiterin erklärt: “Ja, dann müssen Sie halt aufs Rathaus und sich ne Wohnung zuweisen lassen”. Dabei bleibt die Frage, wer die Umzugskosten zahlt, leider unbeantwortet.

Die Bearbeiterin gibt zu, dass ich sehr wahrscheinlich Anspruch hätte, zumindest in ihren Augen, aber die Bearbeitung des Widerspruchs kann sich noch ein paar Wochen hinziehen. Aber auch eine vorläufige Zahlung des Vorschuss ist sei nicht möglich.

Im Verlauf des Gesprächs meint sie ebenfalls: “Solange Sie kein Kunde sind, können Sie machen was Sie wollen – auch umziehen”. Ich sage darauf: “Ich kann eben nicht machen was ich will! Ich kann es mir nämlich nicht leisten. Selbst die 5 Euro um hierher zu fahren, hab ich mir von Mutter leihen müssen. Ich hab nichts!”

Sie sagt ich soll einen aktuellen Kontoauszug mitbringen und noch mal (am gleichen Tag) wiederkommen, sie würde mich dann zur Leistungsabteilung schicken; evtl könne der Teamleiter was machen.

(Ich frage mich, was die schon wieder mit den Kontoauszügen haben) Während ich noch einpacke, geht sie nach vorne und ruft die Nummer des Nächsten auf.

Auszüge kann ich am gleichen Tag nicht vorlegen, weil erst von “zusenden” auf “selber drucken” umgestellt werden muss. Und selbst im Schnellverfahren auf dem kurzen Dienstweg der Postbank dauert das länger, als das JobCenter offen hat.

Ich gehe also zu ELVIS um mich von Dagmar beraten zu lassen. Sie telefoniert für mich mit dem Amt für soziales Wohnen und findet heraus, dass ich am nächsten Tag einen Antrag auf einstweilige Anordnung äh klar machen soll.

Danke für deine Hilfe Dagmar!

Das waren meine Notizen, die ich am 30.11. verfasste, sobald ich Zeit hatte; ich wollte keine Details vergessen.

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