B-OH 303 wäre mein Wunschkennzeichen, hätte ich ein Auto. Für diejenigen, die nicht so vertraut sind mit der Jungle-Szene: “boh” ist ein vielseitiger Begriff, der aber immer positiv besetzt ist.
Ein normales Autokennzeichen in Deutschland besteht aus drei Teilen:
Zurzeit reicht es nicht für ein eigenes Auto, und es sieht mit dem Wunschkennzeichen ebenfalls nicht so gut aus. Ich komme nur auf 2/3 des Wunschkennzeichens ohne Auto: ich wohne in Berlin, B, und die Wohnung hat die Nummer 303.
Und wenn meine Boxen jetzt nicht endgültig hinüber wären nach em Umzug, dann könnte ich Jungle hören und den Kreis schließen (man erinnere sich an “boh”).
In meinen Ohren klingt Moabit wie ein Bürgerkriegsgebiet in Afrika. Als ich vor einigen Jahren von meinem ehemaligen Mitbewohner Andi zum ersten Mal von dem Ortsteil hörte, schoss mir diese Assoziation in den Kopf und hat sich dort festgesetzt.
In der Tat gibt es schlimme Gestalten in Moabit – im dortigen Knast nämlich. Viele (Straf-)Gerichte scheinen dort auch zu sein, gibt es doch eine Haltestelle “Gerichte Moabit”.
Dort ist ein Loch in der Glasscheibe der Eingangstür. Es wurde ausgeschlagen, nicht eingeschlagen, denn die Scherben liegen außen. Die Flurwände sind nur gering beschmiert mit “Tags” und dummen Sprüchen. Vielmehr wird hier Zuneigung ausgedrückt in typisch berliner multikulti Manier: “Ich love you” lese ich am Fahrstuhlschacht, während eine türkische Familie vorbeigeht und freundlich zurückgrüßt.
In der Nacht vom 29.1. zum 30.1.07 um 1:41 an der Haltestelle Blankenhainer Straße direkt an der Hausnummer 41 in den Bus der Linie M82 (2 mal 41) steigen.
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Zufall? Zwischenfall? Unfall? Abfall? Durchfall? Auf jeden Fall lauter Fragen und nicht die Antwort.
Der Montag begann mit angenehmen Wetter. Zwar war der Frost leider schon wieder weg, aber immerhin hatte der Regen auch aufgehört: Nahezu perfekt, um Geld auszugeben. Und so machte ich mich auf dem Weg zum nächsten Aldi.
Als ich nunmehr meinen kümmerlichen Rest Kleingeld für Lebensmittel ausgegeben hatte und das Gebäude verließ, fühlte ich mich auf einmal wieder zurückversetzt nach Stuttgart. Erschrocken blieb ich stehen, um mich zu vergewissern, dass ich wach und immer noch in Berlin sei. Ich suchte die Umgebung ab nach “Berlinischem” und fand mich erleichtert in Berlin. Nun sah ich auch, was mich zurückversetzt hatte: hinter Bäumen ragten Stahlgerippe empor, die fast so aussahen wie der Gaskessel in Stuttgart.
Was findest du an Berlin super?
Wann kommst du nach Berlin?
Fast jede Gegend sieht nach 2h Geschwindschritt quer durch Berlin heimelig aus. Erst mal irgendwo hinsetzen und die dicke Jacke wieder anziehen. Wenn man verschwitzt ist, sollte man nicht im kalten Wind stehen ohne sich warm anzuziehen. Jetzt kommt’s mir auch viel kälter vor; die “eilige Luft” hatte ich bisher für Fahrtwind gehalten, so schnell bin ich gelaufen.
Neukölln ist multi-multikulturell. Es gibt sehr viele Ausländer hier und Menschen, die man unter ethnischer Minderheit zusammenfassen würde. Ein Neuköllner, mit dem ich sprach, zieht aus diesem Grund nach 10 Jahren fort. Wer sich Nachrichten, Neuigkeiten, News für länger als 2 Wochen merken kann, dem sei erzählt, dass sie Rütli-Schule gar nicht so weit weg ist. Wohl der ausschlaggebende Anlass für den zukünftigen Alt-Neuköllner.
Umpacken heißt, die Entwurzelung dauert an. Der einst junge Baum wächst nicht mehr und verliert seine Blätter. Alt sieht er aus, verbraucht und kraftlos. Ob der Frühling wieder stärken kann? Endlich mal Wurzeln schlagen können, und wachsen, stärker werden; an einem Ort verweilen und gedeihen. Neue Kraft schöpfen, die Anstrengungen hinter sich lassen: wird dies möglich sein?
Umpacken bietet die Chance, sich frei zu machen, zu erleichtern von der Vergangenheit. Beim Umpacken kann man wegwerfen — aber kann man auch loslassen? Es gibt einige wenige Sachen, an denen ich hänge, sie sind nicht mal mein Eigentum, von denen ich mich nicht trennen kann, die trotz des Alters immer noch beklemmen. Oder wird eher erinnert an vergangene Beklemmungen, werden Schmerz und Hilflosigkeit erinnert aber nicht erlebt?
Dann überschatten sie meine gegenwärtige Situation und ich sollte sie loswerden. Immerhin sind es Sachen und keine Gedanken. Sachen kann man behalten, zerstören, wegwerfen, einlagern und verstauben lassen; Gedanken wollen gedacht werden, wollen erinnert werden, immerzu fordern sie: Gedenke unser! Ein Gedanke explodiert und zeigt mehr Erinnerungen als man auf einmal denken kann. Sachen brauchen Raum; Gedanken brauchen Energie. Ich sollte mich bald befreien von den Sachen und aufatmen. Wenn die Vergangenheit die Gegenwart beherrscht, geht die Zukunft verloren.
Ich könnte hier wohnen, weil ich schon eine Weile hier wohne. Paradox? Tautologisch? Axiomatisch? Gewiss, aber eben auch vertraut ist mir LA. Hier kenn ich mich am meisten aus; hier weiß ich wo ich mal ein bisschen Internet abschnorren könnte.
LA ist ein Ortsteil des Bezirks Tempelhof-Schöneberg und war wohl so unbedeutend, dass es nicht in den Namen des Neu-Bezirks aufgenommen wurde. Aber es liegt ja auch am Rande Berlins, wie Marienfelde, wo ich neulich war. Mir fällt nichts ein, von dem ich sagen könnte: “Ja, this is LA!”
15 Minuten vergehen, bis das Auto einen aus LA zum Flughafen Schönefeld gefahren hat. Und am Hauptstadt-Flughafen Berlin-Brandenburg-International wird es in ein paar Jahren so richtig los gehen. Vielleicht gewinnt LA an Profil wenn es nicht mehr bloß “Vorort von Berlin” ist, sondern auch noch “Letzter Ortsteil Berlins vor BBI” oder so ähnlich. Vielleicht kommt ja alles auch ganz anders und Tempelhof nicht zugemacht. Wer weiß? Es sind ja bald Wahlen…
In LA wird gewohnt, “zünftig” ist es hier nicht so, wie indaflow bald berichten wird. Meet One sach ich nur! Bei Gelegenheit werde ich exe ausfragen und erfahren, was ihm an LA so gefällt.
Marienfelde ist auch noch Berlin, es liegt aber ziemlich am Rand. Sicherlich war es ursprünglich ein eigenständiger Ort, der irgendwann von den Berlin-Borg eingemeindet, also assimiliert wurde. Mir kommt es vor wie ein Ort, in dem hauptsächlich Autos durch-fahren, daran sieht man wohl den Charakter des Randbezirks.
Hier gibt es kleine Häuser und Hochhäuser, die üblichen Supermarkt-Ketten, erstaunlich viele Tankstellen und Bushaltestellen, aber das Zentrum habe ich bisher nicht gefunden. Und auch wenn ich eine Kindertagesstätte inmitten der Hochhäuser entdecke, mir kommt Marienfelde vor wie ein Ort für Alte: “Hier entstehen 21 Seniorenwohnungen” ist zu lesen auf einem Schild eines frisch sanierten Wohnungskomplexes.
Es gibt bestimmt noch mehr zu sehen. Vielleicht habe ich das Ortszentrum ja umkreist, tangential peripheriert sozusagen. Außerdem ist Sonntag, da geht einfach nicht viel wenn man keine Touristenattraktionen wie zum Beispiel Berlin-Mitte und -Tiergarten hat. In den letzten 2 Stunden habe ich mir einen kleinen Teil Marienfeldes angeguckt. Ich könnte es hier aushalten, weil man schnell woanders ist.
Auch Marienfelde ist multikulti: die meisten Sprachen, die ich höre, sind ausländisch. Ich nehme an da war Russisch dabei, weil die eine Sprecherin sehr hübsch und blond war (Klischee); eine Gruppe von 4 Männern sprach Polnisch oder so. Ich gestehe! Meine Sprachkenntnisse sind nicht gut genug, und deshalb sollte man sich nicht zu sehr auf meine Sprachfindung verlassen. Die Kinder sprechen alle Deutsch…
Ein schöner Park mit Wald liegt gegenüber BurgerKing. Das ist doch ein kinderfreundliches Ausflugsziel: erst spazieren gehen durch den Park, dann “zur Belohnung” zum BurgerKing.