the saga continues:
lasst und einfach news zum thema sammeln und jedesmal den post hier updaten, neustes oben an
2007-02-09 heise online: Verfassungsbeschwerde gegen Online-Durchsuchungen in NRW eingelegt
Der Berliner Rechtsanwalt Fredrik Roggan hat am heutigen Freitag im Auftrag der Mülheimer Autorin Bettina Winsemann (alias Twister) und einem Mitglied der Linkspartei das Bundesverfassungsgericht wegen des neuen nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetzes angerufen. Die Beschwerde richtet sich gegen die in diesem Gesetz erstmals offiziell eingeführten heimlichen Online-Durchsuchungen von Computern durch Sicherheitsbehörden, die Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) bundesweit auf eine gesetzliche Grundlage stellen will.
kommentar: richtig so!
2007-02-09 heise online: Mehrheit der Bundesbürger für Kompromiss bei Online-Durchsuchungen
[...]Allerdings meinen immerhin 24 Prozent der befragten Bürger, dass der Polizei uneingeschränkt alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen müssen, damit sie effektiv gegen Kriminalität vorgehen kann. Elf Prozent finden, dass der Schutz der Privatsphäre wichtiger sei als die Fahndungsmöglichkeiten der Polizei.
kommentar: wenn dummheit und unwissenheit solch auspraegung finden, bekomm’ ich angst
2007-02-08 heise online: Schäuble: Trojaner sollen auch private Tagebücher durchsuchen
In einem Interview mit der taz hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) bekräftigt, dass es bei der geplanten verdeckten Online-Durchsuchung keine privaten Bereiche auf der Computerfestplatte geben kann, die im Sinne des “Kernbereichs privater Lebensführung” geschützt sind.
kommentar: ... kein kommentar …
2007-02-07 heise online: Zypries warnt vor Schnellschüssen zur Ermöglichung von Online-Durchsuchungen
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries äußerte sich bereits direkt nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs, heimliche Online-Durchsuchungen von PCs seien unzulässig, zurückhaltend zu Vorhaben ihres Kabinettskollegen Wolfgang Schäuble, Rechtsgrundlagen für die Online-Durchsuchung zu schaffen. “Es ist unter verfassungsmäßigem Blickwinkel ausgesprochen schwierig, weil man natürlich in die Privatsphäre in einem erheblichen Maße eingreift”, sagte sie dem Fernsehsender N24. Computer würden auch für private Dinge genutzt. All dies würde der Staat dann heimlich sehen. Deswegen müsse man erst klären: “Brauchen wir so etwas überhaupt?”
kommentar: wenigstens scheinen die richtigen leute in den richtigen positionen (zumindest in der offentlichen version) noch ihr gehirn zu benutzen und halbwegs kritische fragen zu stellen.
2007-02-06 heise online: BKA-Chef hält Online-Durchsuchungen für dringend erforderlich
Die Polizeipraxis benötige zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus und der organisierten Kriminalität auch die Online-Durchsuchung, sagte Ziercke am heutigen Dienstag im Deutschlandradio Kultur: “Wir müssen mit dem technischen Fortschritt Schritt halten können, wenn skrupellose Kriminelle ins Internet ausweichen und dort ihre Anschlagsplanung, ihre kriminelle Handlung vorbereiten.”
kommentar: terror my ass. sucht euch endlich mal andere ausreden, wie “zu langsame umsetzung des 1984 paketes”
2007-02-05 heise online: Schäuble heizt nach BGH-Urteil Debatte um Online-Durchsuchung an
Als Dienstherr der Polizei forderte Bundesinnenminister Schäuble die rasche Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für die Online-Untersuchung. Die Gewerkschaft der Polizei verlangte, mit der neuen gesetzlichen Regelung auch die Behinderungen durch das Datenschutzrecht zu beseitigen.
kommentar: achja, datenschutzt ist jetzt also nur noch eine behinderung. heisst das, bald sind firewalls “behinderung der staatsgewalt”?
2007-02-05 heise online: Heimliche Online-Durchsuchungen sind unzulässig
Heimliche Online-Durchsuchungen durch die Polizei sind unzulässig. Dies entschied am heutigen Montag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (StB 18/06).
2007-02-05 heise online: Widerstand gegen die TK-Vorratsdatenspeicherung wächst in Europa
Auch in anderen europäischen Ländern gibt es verstärkt Kritik an der von Brüssel vorgegebenen verdachtsunabhängigen Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten.
2007-01-18 heise online: Bundestag verabschieded Telemediengesetz
der totalitaristische weihnachtsmann war da…
ich nominiere hiermit “vorbeugende Straftatenbekaempfung” fuer das unwort des jahres
2007-01-11 heise online: Starkes Anwachsen der Auskunftsersuche durch neues Anti-Terrorpaket erwartet
2006-12-14 vorratsdatenspeicherung.de: Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!
Paranoiker sind Leute die nicht mehr alle Tassen um Schrank haben. Das klingt grob vereinfacht und ist bestimmt falsch, aber die Idee stimmt: paranoid = nicht ganz normal. Da Paranoiker ein Hirn haben und nicht selten sehr klug, zumindest gebildet, sind, haben sie auch mal Ideen.
Viele Leute in Deutschland sind nicht ganz normal, das ist immerhin auch Ausdruck von Individualismus (nebenbei: was ist Individi-Dualismus?). Manche Leute in Deutschland haben großen Einfluss auf das Leben der anderen Leute, auch auf das Leben der nicht ganz so normalen. Die Leute mit Einfluss kommen auch aus Deutschland, aus der Masse derjenigen die nicht alle ganz normal sind. Also gibt es also einflussreiche Leute, die nicht ganz normal sind.
Manche von diesen einflussreichen, nicht ganz normalen Leuten werden Politiker. Davon haben wir in Deutschland sehr viele: mal mit mehr und mal mit weniger Einfluss; mal mehr mal weniger nicht-ganz-normal. Aber immer Menschen aus Deutschland.
Einer dieser Politiker (Menschen also), die nicht ganz normal sind und viel Einfluss auf das Leben der anderen Menschen (Du und Ich) hat, ist unser lieber Herr Schäuble. Herr Schäuble ist also im Bundestag, das heißt er ist ein Bundespolitiker. DAS wiederum bedeutet, er hat Einfluss auf das Leben aller Deutschen oder er hat besonders ein’ an der Waffel ist besonders nicht-ganz-normal.
Oben wurde ja schon die Fähigkeit zur Ideenbildung erwähnt. Nun ist unser lieber Herr Schäuble sehr gebildet, sehr erfahren, sehr klug und in meinen Augen sehr paranoid. Und so sind seine Ideen in meinen Augen sehr blöd.
Er möchte die Computer von Menschen (einflussreiche, einflusslose, normale, nicht ganz so normale; aber bestimmt keine Politiker) durchsuchen lassen. Im Laufe von Ermittlungen gegen einen Verdächtigen will die Polizei natürlich auch wissen, was der so alles auf der Festplatte “im virtuellen Aktenschrank” hat. Weil das aber nicht ausreichend nach Technofaschismus klingt, möchte Herr Schäuble, dass die Polizei in den Aktenschrank kommt ohne in den Raum zu müssen, in dem sich er virtuelle Aktenschrank befindet.
Der Technofaschist greift lieber von außen zu; damit das einfacher geht und damit sich die ganzen Menschen davon auch beeindrucken lassen, nimmt der technofaschistische Vollstreckungsbeamte sogenannte “Trojaner” zur Hilfe.
Und damit kommen wir zurück zur Paranoia, zum Paranoiker, zur paranoiden Idee eines von Paranoia geplagten Politikers Berufsparanoikers. Die Idee ist paranoid weil
Kurz: Die, die man will, kriegt man nicht; die, die man kriegt, will man (angeblich) nicht; die, die Ahnung haben, kriegen einen dicken Halz!
Hier geht’s wieder zurück zum provokanten Titel. Herr Schäuble hat bestimmt nur das (paranoide, technofaschistische) “Wohl des Volkes” im Sinn, wenn er solche Ideen erbricht.
Dieses Angst treibende Gerede ist nicht gut für unsere Gesellschaft! Es gefällt mir ganz und gar nicht.
Ich bin lieber frei als sicher. Herr Schäuble will, dass wir sicher aber nicht frei sind. Wohin das führt sieht man sehr gut im Spielfilm I, Robot: Weil der Hauptroboter (nicht-ganz-normal, totalen Einfluss auf alle) alle Menschen schützen will, werden sie zu Hause eingesperrt. Dort sind sie sicher, aber nicht frei.
Ja, das ist ein extremer Standpunkt. Aber es geht hier ums Prinzip; ein anderer kluger (evtl anders paranoider) Mensch hat gesagt: “Der Preis für Sicherheit ist die Freiheit”. (Evtl. in anderen Worten).
Freiheit für Deutschland!
irgendwann vor dem 26.10.2006: download der Formulare
26.10.2006: Ausfüllen der Formulare
27.10.2006: Anstellen beim Jobcenter, aber weil noch was fehlte – die amtliche Meldebescheinigung nämlich – wurde ich gleich wieder abgewiesen mit dem Hinweis, ich solle mir doch bei BEQUIT einen Termin holen. Dies habe ich dann auch gemacht.
30.10.2006: Termin bei BEQUIT, die mögen aber den ausgedruckten Kontoauszug vom Postbank Onlinebanking nicht und ich soll doch bitte die Originale vorlegen. Mama + G sollen sich finanziell bitte auch so entblößen wie ich, also nächster Termin. Zu Hause gibts es dann “trouble” wegen den Begriffen auf den Formularen (“Bedarfsgemeinschaft” vs. “Haushaltsgemeinschaft”)
3.11.2006: ich lege mich mit den Heinis von Bequit an und bekomme andere Formulare ausgehändigt, auf denen nichts mehr von “Bedarfsgemeinschaft” steht. Aber trotzdem sollen sich Mama + G bis ins kleinste Detail entblößen, was ihre finanzielle Situation angeht (ich glaub da wird ein krasser Überwachungsstaat ala ’84 aufgebaut). Und der Arbeitgeber darf auch noch Formulare ausfüllen; extra geil wenn man gerade seinen Jahresurlaub genommen hat. Weil immer noch nicht alle Unterlagen so vollständig sind wie es das JobCenter gerne hätte wird ein weiterer Termin ausgemacht. Ich werde dann hier davon berichten…
hadez schreibt dazu:
Richter stärken Rechte von Hartz-IV-Empfängern
In seiner ersten Sitzung zu den Hartz-IV-Gesetzen hat das Bundessozialgericht deutliche Kritik an Teilen der Reform geübt. Die Richter stärkten die Rechte von Hartz-IV-Empfängern gegenüber den Behörden.
— Spiegel Online
wozu ich das meine:
Danke
Herzlichen Dank für den Hinweis. Mal sehen, ob das JobCenter Berlin-Tempelhof-Schöneberg da mitzieht oder die wie üblich über der Sozial-Rechtsprechung stehen.
spiegel.de kostet Geld
Jedenfalls sind die meisten Artikel nach einer Weile nur noch käuflich zu erwerben. Das ist aber nur halb so schlimm, denn auch andere “news portals” haben diese Meldung aufgegriffen. Ich bin sicher, auf den Seiten der vielen, vielen Tageszeitungen wird man dies auch finden.
Daumen drückn
Freitach is nächster Termin bei BEQUIT, danach geht’s zum JobCenter. Ihr dürft mal eure Däumchen drücken, dass die das nicht nur schnell bearbeiten sondern auch noch bewilligen! Und hoffentlich ist dann das eine hübsche Zimmer in Schnöneberg noch frei…
1) Schäubles Grundsatzrede zur Sicherheit: “Internet Trainingscamp für Terroristen”
Das Internet wird nach Ansicht von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zunehmend zum Trainingscamp von Terroristen. Der islamistische Terrorismus setze für Ausbildung von Attentätern und die Vorbereitung von Anschlägen immer stärker auf das Netz[...]
2) Bisher nur ein Projekt: “Kommissar Trojaner”
Das Bundeskriminalamt arbeitet bereits an einem Projekt, das verschleierte Online-Durchsuchungen ermöglichen könnte, wie neulich bekannt wurde. Wegen einer rechtlichen Bewertungsstreites innerhalb der Bundesregierung liegt das Projekt allerdings vorerst auf Eis. Mit Online-Durchsuchungen würden die staatlichen Fahnder im einfachsten Fall auf klassische Weise per E-Mail digitale trojanische Pferde und anderer Schadsoftware auf den Ziel-PC einschleusen.
— tagesschau.de
1) jawohl! alles verbieten!
schlagzeile quartal 1 2007: “bin laden benutzt gmail. email kurzerhand weltweit verboten.”
meine lieben herren techno-legastheniker (ich meine natuerlich politiker) warum koennt ihr nur stimmung machen, aber nicht nach fakten beurteilen?
2) zwei worte: “digitaler hausfriedensbruch”.
noch zwei worte: “arglistige taeuschung”.
und wie stellt ihr euch das bitte vor? wenn mein virenscanner das erkennt, muss ich das bka attachment dann (als guter unterwuerfiger staatsbuerger) trotzdem anklicken?
ist es meine gutbuergerliche pflicht mich zu infizieren?
ich bin ja weder islamist noch terrorist, aber ich hab dazu nur eins zu sagen:
oh, shit, ich wette in spaetestens 12 monaten ist das unsichere, kommunistische betriebssystem linux verboten, das benutzen von firewalls und NAT routern gilt als “behinderung der staatsgewalt” und wer sich doch gegen viren und trojaner schuetzen will, wie es eines jeden recht ist, wird mit nicht unter 20 jahren fuer verrat am vaterland geahndet.
die CIA stellt dann sicher ihre ferienwohnungen zur verfuegung, welche ja gluecklicher weise ueber ganz europa verteilt sind.
meine lieben herren schaeuble, beckstein, oettinger, und wer auch sonst noch nicht weiss das deutsche tastaturen mit “qwertz” layout geliefert werden, holt euch endlich mal vernuenftige berater. an deutschen universitaeten sind aber tausende junge, aufstrebende informatiker (hallo! ich bin einer davon!) die offenbar das mehrfache an technikverstaendnis haben als euer jetziger kreis von beratern.
das einzige was ihr durch eure propaganda bewerkstelligt ist das:
denn wer will schon in einem orwell’schen staat aka 1984 leben.
ich nicht.
Zypries und Schäuble wollen Gesetz stoppen
Der Kompromiss der Koalition zum Nichtraucherschutz ist innerhalb der Regierung nach Informationen des “Handelsblatts” stark umstritten. [...] der Bund könne beim Nichtraucherschutz nach Ansicht von Justiz- und Innenministerium nicht alles regeln, was die Koalitionsarbeitsgruppe gerne regeln möchte.
— spiegel online
Warnung vor neuem Amoklauf verschärft “Killerspiele”-Debatte
Nach der Online-Ankündigung einer Bluttat in Baden-Württemberg und Panikreaktionen an Schulen in Offenburg am heutigen Mittwoch hat sich auch Landesvater Günther Oettinger für ein striktes Verbot von “Killerspielen” ausgesprochen. Er halte eine Verschäfung des einschlägigen Paragraphen 131 im Strafgesetzbuch (StGB) für notwendig [...]
— heise online
hmmmmmm…
das muss mal einwirken lassen. richtig tief. fuer etwa 20min.
und DANN das hirn einschalten.
hmmmmmmmmmm…
warum wird im falle der gesundheit unschuldiger (die auswirkungen des rauchens toeten, es ist bewiesen und allgemein bekannt) ein rueckzieher gemacht, aber wenn es um – nicht – wirklich – korrelierte – vorgaenge wie killerspiele und amoklaeufe geht die blinde flucht nach vorn angetreten?
fragen ueber fragen.
liebe damen und herren ueberbezahlte politiker.
ihr macht mich KRANK.
gezeichnet,
ein schutzbeduerftiger nichtraucher der trotz killerspielkonsum keine amokambitionen hegt.
nicht mal 24h spaeter:
Kabinett stoppt einheitliches Rauchverbot
Das geplante bundeseinheitliche Rauchverbot in Gaststätten, Schulen und öffentlichen Gebäuden ist offenbar vom Tisch. Das Kabinett will nur noch Verbote für Bundesbehörden beschließen. Um den Rest sollen sich die Länder kümmern.
— spiegel online
Niedersachsen sieht Mehrheit füür “Killerspiele”-Verbot gesichert
Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann geht fest vom Erfolg einer Bundesratsinitiative für ein Verbot von “Killerspielen” auf Basis der Arbeitshypothese seines bayerischen Amtskollegen Günther Beckstein (CSU) zur Verschärfung des Gewaltdarstellungsparagraphen 131 im Strafgesetzbuch (StGB) aus.
— heise online
Ich greife mal wieder ein aktuelles Thema auf, wie gestern auch schon. Diesmal geht es wieder um Gewalt, um Staatsgewalt nämlich. Wie heise.de berichtet, und golem.de bestätigt es, sind wohl recht viele Menschen und Juristen gegen diese Vorratsdatenspeicherung, welche uns ULF Zypries durch die europäische Hintertür aufgedrängt hat. Dagegen ist unser lieber Herr Schäuble mit seinen Bürger Terrorüberwachungsdatei nur ein kleiner Mitspieler des staatlich verordneten Misstrauens.
Wir sollen nämlich nur tolerant gegenüber Christen kaukasischer Abstammung sein. Alle anderen sollten sich selbst anzeigen und erst mal beweisen, dass sie nichts Böses gegen die (weißen, christlichen, deutschen) Mitbürger im Schilde führen. Desweiteren sollten sie sich rechtfertigen, warum sie sich nicht schon vorher angezeigt haben. Diejenigen, die von Herrn Schäuble’s Verdammungsphantasien nicht so angetan sind, werden auch in diese Datei aufgenommen. “84” sag ich da nur.
Doch nun zurück zu ULF Zypries bzw ihren “interessanten” Ideen. Die EU hats (auf Drängen ULF Zypries) beschlossen, die BRD hats vernommen und umgesetzt. Das heißt, die Kacke ist jetzt am dampfen und es stinkt gewaltig.
Der mündige Staatsbürger sollte folgendes Trainingsprogramm zur Lockerung der staatlichen Fesseln absolvieren:
Danach darf man sich ein wenig erholen. Aber bitte das Dehnen (der staatsbürgerlichen Hirnmuskeln) nicht vergessen, sonst gibt es Muskelkater und 84 in die Fresse.
Remember 84!
Ich hatte ja schon mal über meine Hartz4-Erfahrungen berichtet. Nun kommt der Saga erster Teil, und es wird wahrscheinlich nicht der letzte Teil sein. “Erster Teil” deshalb, weil ich nun wirklich mal beim JobCenter war.
Ich stell mich also an und muss meinen Ausweis aushändigen. Mit diesem geht der freundliche Mitarbeiter dann in ein Hinterzimmer und macht weiß-der-Geier was damit (Abgleich mit Fahndungslisten, Asylbetrügerverzeichnis, Hooligan-Sperrdatei, SWIFT...). Dann bekomme ich meine Identität wieder und darf nach oben zum Antragsbearbeitungsraumwartezimmer gehen.
Nach kurzer Zeit werde ich aufgerufen und eine nette junge hübsche Mitarbeiterin prüft meine Unterlagen auf Vollständigkeit. Meine Unterlagen sind vollständig und ich darf einen Zettel ausfüllen bezüglich meiner bisherigen Ausbildungen, Anstellungsverhältnisse und so.
Ich bin noch nicht fertig, schon darf ich nächste Büro, wo eine ältere Mitarbeiterin den Computer und mich befragt. Ich war wohl sehr naiv in der Vergangenheit und bin nicht im Computer der Arbeitsagentur zu finden; für das JobCenter bedeutet das, ich war faul und habe mich nicht richtig um Arbeit bemüht. Diese Mitarbeiterin stellt fest, dass ich älter bin als 25 und daher ganz alleine eine Bedarfsgemeinschaft bilde.
Ich bekomme einen Termin mit meinem Case-Manager am 1.12.2006. Bevor ich das Gebäude auf Umwegen verlasse, frage ich nach wie das mit der Wohnung abläuft; sie antwortet, dass bis 360 EUR warm die Kosten übernommen werden und ich soll zum nächsten Termin einen Untermietvertrag mitbringen (ich habe ja erwähnt, dass ich in eine WG wollte).
Inzwischen erhielt ich einen Zwischenbericht, laut dem ich nicht alle nötigen Unterlagen abgegeben hätte und dies doch bitte schnellstmöglich tun soll. Ich gehe also wieder zum JobCenter, stelle mich an, verliere und wiedererlange meine Identität, darf ins Wartezimmer, werde quasi sofort aufgerufen (wofür hatte ich eigentlich ein Buch mit?) und es stellt sich heraus, dass ich an der “falschen Adresse” bin.
Das ist aber halb so schlimm, denn ich wieder über verschlungene Wege ein Stockwerk höher und in den anderen Flügel des großen Gebäudes geführt. Dort darf ich dann im Flur warten. Endlich bin ich in der Unterschicht angekommen: ein langer, nackter Flur mit gelegentlichen Stühlen vor den Türen. Ich werde dann aufgerufen von der netten jungen hübschen Mitarbeiterin der Vorwoche; sie kann sich auch an mich erinnern.
Allerdings ist ihr nicht ganz klar was ich hier soll (WTF?) und geht nachforschen. Nachdem ich sie darauf hinweise, dass ich ja schon älter als 25 bin, denkt sie wahrscheinlich auch “WTF?” und geht wieder bei der Person nachforschen, die meinen Antrag bearbeitet hat: die angeforderten Unterlagen sind nicht alle nötig, zur Sicherheit macht sie aber eine Kopie des Mietvertrages meiner Mutter (ich bin keine Partei dieses Vertrages).
Ich reiße nochmals meine Possen von wegen “wenn ich obdachlos wäre, wäre das alles einfacher” und “ab Dezember sitz ich dann auf der Straße” wenn das JobCenter nicht mal zu Potte kommt. Ohne Einkommen kann ich keine Miete zahlen, es ist auch fraglich ob ich ohne jegliche Sicherheiten (nicht mal einen Bescheid meiner Hilfsbedürftigkeit habe ich) überhaupt einen Mietvertrag zur Unterschrift kriege… Nebenbei wird erwähnt, dass sich meine Mutter nächstes Jahr wahrscheinlich einer Überprüfung ihrer Unterhaltspflicht unterziehen muss (WTF?).
Ich habe noch keinen Bescheid, keine Wohnung, keinen Job.
Kacke!
Dass ich mich vor dem JobCenter ausziehen muss seh ich ja ein, ich will ja auch was von denen haben: ALG2 nämlich.
Nun denn, man lädt sich die ganzen Anträge und Zusatzblätter herunter und füllt sie so gut es geht aus. Dann lässt man sich einen Termin bei so einem Beratungsunternehmen (BEQUIT) geben, damit die Unterlagen geprüft werden. Natürlich fehlen noch viele Sachen, unter Anderem herkömmliche Kontoauszüge (so ein Ausdruck vom Online-Banking ist nämlich nur für intelligente Leute gemacht).
Wie dem auch sei, man entblößt sich und seinen finanziellen Status. Hab ich nicht so ein Problem mit, ich hab nicht so viel zu entblößen, die können mir gar nichts weggucken.
Ich bin ja zurzeit wieder bei Mama untergekommen. Und daher sollen sich meine Mutter und ihr neuer Ehemann gleichfalls finanziell entblößen. Das geht mir irgendwie zu weit. Ich mein ich hab hier ja schon ein Dach über dem Kopf und im Kühlschrank ist auch was zu essen. Aber der wiehernde Amtsschimmel meint, dass da noch mehr drin ist; sprich: eigentlich könnten Mama und Günther doch komplett für meinen Unterhalt aufkommen.
Das ist aber finanziell gar nicht möglich. Trotzdem möchte das Amt so viel wie möglich wissen.
Ich sehe nun 2 Möglichkeiten: ich kann das Amt überzeugen, dass ich eine eigene Bedarfs- und auch eine separate Haushaltsgemeinschaft bin oder ich werde obdachlos…
Traumhafte Aussichten in der Tat. Als depressiver Zwangsoptimist kann ich mich nur empören aber nicht verzagen. Ich werde der BSE-Amtskuh schon noch die Fakten ins Schwammgehirn trichtern (um die Metapher “Wahnsinnsrind” noch ein bisschen zu strapazieren). Es gibt aber noch einen Ausweg: ich finde einen Job, der ausreicht für Miete und Mampf! Dann hab ich Frühling nur noch das Problem wie ich das Studium, welches ich dann endlich(!) fortsetzen wollte, finanziert bekomme. Wenn man nämlich BaföG will, muss man sich auch ziemlich nackig machen.
Kann mir nicht einfach jemand n Lottschein mit 6 Richtigen für die nächste Ziehung geben?
kommentar von hadez:
tja, so ists mit dem staat
alles gut, solang du nichts willst von ihm
In Bangkok war ich bisher noch nicht, kann also nichts drüber berichten was andere nich viel besser und unmittelbrar wüssten. Aber irgendwann will ich da mal hin; fünfunddreißig Millionen Einwohner in einer Stadt: total extrem!
Ich bin nun schon länger als eine Woche in Berlin, ich bin soagr schon länger als eine Woche ein Berliner! Bisher war es meiner Meinung nach immer noch die richtige Entscheidung nach Berlin zu ziehen.
Der Umzug an sich ging ja recht glatt über die Bühne, aber er ist noch nicht wirklich abgeschlossen. Die eigene Wohnung lässt noch auf sich warten; solange muss ich halt mein “Geraffel” irgendwo unterbringen. Zuerst wars bei Lisa und sollte dann zu Bonny. Der erste Termin musste aber kurzfristig abgesagt werden, der neue Termin ist nächsten Montag.
Das ist aber gar nicht so schlecht, weil ich immerhin eine Person als Helfer verpflichten konnte und das ist nicht schlecht. Also, Montag abend ist mein Zeuch hoffentlich bei Bonny, und dann kann ich mich verstärkt um Arbeitsbeschaffung bemühen.
Nachher übe ich Zeitung austragen in den frühen Morgenstunden: von 3 bis 6 wird das hier gemacht. Wenn ich das aushalte, hätte ich schon mal eine kleine Beschäftigung.
Aber ich werde weiterhin Ausschau halten und bin weiterhin für Vorschläge, Hinweise und Tipps dankbar.
Mir gehts gut :-)
Hier kommt wohl das Impressum hin, weil ich ja Anbieter eines Teledienstes bin. Total blöde Regelung, aber so sei es! Sind ja bald wieder Wahlen.
Lasse Pommerenke
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